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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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30. Kriege der Römer mich dem zweiten punisohen Kriege (200133 v. Chr.)- 249

mit Muth, Festigkeit, Ausdauer und Tapferkeit beseelte. Er hielt immerausgezeichnete Ordnung unter ihnen und verstand es dennoch, seine Strengemit Milde und Klugheit zu paaren. Für ihre Bedürfnisse Sorge tragend,gerecht bei der Theilung der Beute unter sie, ward er von Allen geliebt,wie ein Vater von seinen Kindern, und während der ganzen zehn Jahreseiner Befehlsführung haben sie nicht einmal den ihm schuldigen Ge-horsam verletzt. Bei der von ihm angenommenen Art der Kriegführungentwickelte er eine wahrhaft bewundernswerthe Kunst und wusste stetsKühnheit und Unternehmungsgeist, Schnelligkeit und Entschlossenheitder Operationen mit der nöthigen Besonnenheit, Vorsicht, Festigkeit,Ausdauer, Verschlagenheit und List zu vereinbaren, besass endlich auchdie Gabe, alle seine Unternehmungen stets zur rechten Zeit und amrechten Orte zu entwerfen und auszuführen, und sie dem Terrain, seinenMitteln und den Umständen anzupassen. Mit einem Wort Viriathuswar in der That, nach den Worten des Dio Cassius, zum Feldherrn ge-boren und verdient in dieser Hinsicht in die Zahl der bedeutendsten undinteressantesten Kriegsleute des Alterthums aufgenommen zu werden.

§. 202.Der numantisehe Krieg (141133).

Die Ermordung des Viriathus machte dem Kriege der Römer gegendie Hispanier nicht ein Ende, sondern gab demselben nur eine andereWendung. Ein kleiner Theil von des Viriathus Heer unterwarf sich denRömern, der ganze Rest zertheilte sich in eine Menge von Banden, welcheim Verein mit den Bewohnern im jenseitigen Hispanien einen thätigenkleinen Krieg zu führen begannen. Aber Junius Brutus, im Jahre 138Consul, seit 137 in dem Range als Proconsul, säuberte das jenseitigeHispanien von diesen Banden und unterwarf es bis an den Ocean hin,wenn auch nach der heftigsten Gegenwehr, und dann bekriegte er erfolg-reich und nicht unrühmlich die Stämme des nordwestlichen Hispaniens,welche vor Alters schon aus Gallien eingewandert waren (sie bewohntendie heutige spanische Provinz Galicia) , in Folge dessen er sich auchden Beinamen Gallaicus erwarb.

Aber im diesseitigen Hispanien wiederholte sich fast dieselbe Er-scheinung, wie vorher im jenseitigen in dem Kriege gegen Viriathus,nur mit dem Unterschiede, dass hier sich der ganze Krieg in der Belage-rung von Numantia im Lande der Arevaker, und in den damit zusammen-hängenden Nebenactionen concentrirte, weshalb derselbe auch der nu-mantisehe genannt wird. Von nicht mehr als 8000 Bürgern verthei-digt, welche im Stande waren die Waffen zu tragen und zu kämpfen,