30. Kriege der Körner nach dem zweiten punischen Kriege (200—133 v. Chr.). 247
probtesten Krieger angegriffen, hielt dem Angriff aber Stand, wenn auchmit Mühe, und setzte seinen Marsch fort. Nachdem 10 Elephanten und300 Numidier zu ihm gestossen waren, griff er seinerseits den Viriathusan, schlug ihn, zwang ihn zur Flucht und verfolgte ihn. Viriathus, derUnordnung in den ihn verfolgenden Truppen bemerkte, wendete sichplötzlich zurück, warf Jene, machte 3000 auf der Stelle nieder und ver-folgte die Uebrigen bis zu ihrem Lager, in das sie sich einschlössen undaus welchem sie sich nicht wieder herauswagten.
Im Jahre 141 war der Consul Pompejus Rufus im diesseitigen His-panien auf Metellus im Oberbefehl über 30,000 Mann Fussvolk und2000 Mann Reiterei gefolgt; er operirte ungeschickt, belagerte zuerstNumantia, dann Termantia, die beiden mächtigsten Städte im Gebieteder arevakischen Celtiberer, musste, da er auf zu starken Widerstandstiess, die Belagerung beider Städte aufheben und beschränkte nun alleseine Anstrengungen allein darauf, sich der Numantia benachbartenStädte Lanza und Lanica zu bemächtigen, und dies auch mehr noch durchVerrath als durch Gewalt der Waffen. In Lusitanien führte Fabius inder Stellung eines Proconsuls einen erfolgreichen Belagerungskrieg gegeneinige Städte, in welche Viriathus Besatzungen gelegt hatte. Als er ge-rade eine derselben, Erisanä, belagerte, fand Viriathus Mittel sich heim-lich mit einer Abtheilung auserlesener Krieger in dieselbe zu schleichenund machte am folgenden Tage mit Tagesanbruch einen so heftigen Aus-fall , dass er die Römer mit grossem Verluste zurückdrängte und sie aneiner Stelle einschloss, von der sie unmöglich entkommen konnten. In-dessen verfolgte er seinen Sieg nicht weiter, sondern benutzte ihn nurzum Abschluss eines vortheilhaften Friedens mit den Römern. Wirklichschloss Fabius auch einen Vertrag mit ihm, der FriedenundFreund-schaft zwischen Viriathus und dem römischen Volke fest-setzte und beiden Theilen ihren Besitzstand beliess. DieserVertrag brachte den Römern sehr wenig Ehre, wurde aber dessen unge-achtet vom Volke bestätigt, in solchem Maasse war demselben der Kriegin Hispanien lästig und zuwider.
Der Frieden dauerte indessen nicht lange. Im Jahre 140 stellte derConsul Servilius Cäpio, Bruder des Fabius, dem Senate vor, dass derVertrag mit Viriathus das römische Volk entehre, und der Senat trugihm auf, diesen Vertrag zu brechen und den Krieg zu erneuen. Viria-thus , ausser Standes dem Cäpio Widerstand zu leisten, begann sich vorihm in Eilmärschen zurückzuziehen, indem er das Land an seinem Wegeverwüstete, um ihn aufzuhalten. Als aber Cäpio ihn endlich eingeholthatte, da stellte Viriathus auf einer Anhöhe den Römern gegenüber seineReiter auf, gleich als ob sie sich in den Kampf zu stürzen bereit wären,und liess während dessen alle übrigen Truppen eiligst durch die hinter