Druckschrift 
Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
Entstehung
Seite
246
Einzelbild herunterladen
 

246 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.)

dieser Stadt marsehirende Armee des Vetilius, und machte 4000 Mannderselben, Vetilius selbst darunter , auf der Stelle nieder, während dieübrigen 6000 Mann nur mit Mühe entkamen. So schlug er im Jahre 148in dem Gebiet der Carpetaner den Prätor Plautius zweimal aufs Haupt,und in den Jahren 147 und 146 die Prätoren Claudius Unimanus undNigidius Figulus.

Im Jahre 145 sah der römische Senat endlich ein, dass der lusi-tanische Räuber doch kein Feind sei, den man gering achten dürfe,dass der Krieg in Hispanien besondere Beachtung erfordere, und dassihn zu führen es durchaus eines Consuls mit einem genügend starkenHeere bedürfe. Die Wahl fiel auf Fabius Aemilianus, Sohn des AemiliusPaullus und älteren Bruder des Scipio Aemilianus Africanus. Ihm wurden15,000 Mann zu Fuss und 2000 Reiter, neu ausgehobene Leute, mitge-geben . In nispanien angelangt, trug Fabius seinen Legaten auf, sich dieInstruction und Ausbildung der Truppen sorgfältig angelegen sein zulassen, er selbst ging nach Gades (Cadix) , um dem Hercules Sühnopferdarzubringen. Während seiner Abwesenheit überfiel Viriathus einenseiner Legaten beim Fouragiren und schlug ihn. Fabius eilte zurück undbemühte sich den Kampf zu vermeiden, so sehr auch Viriathus ihndazu herausforderte. Seine Truppen beständig in den Lagern haltend,beschäftigte er sich sorgsam mit ihrer Ausbildung, führte sie selbst zumFutterholen mit allen möglichen Vorsichtsmassregeln und beschränktesich auf leichte Scharmützel, um dadurch den Truppen die erforderlicheErfahrung zu verschaifen, sie zu ermuthigen und zu lehren dreist mitViriathus und den Hispaniern anzubinden. Und bald hatte er seinenZweck erreicht, im Jahre 144 begann er schon den Kampf mit Viriathuszu suchen, entriss ihm einige Städte und hob dadurch den Geist seinereigenen Truppen erheblich, während er die Kühnheit des Viriathusdämpfte. Nun griff Viriathus zur List: drei den Römern unterworfeneceltiberische Stämme reizte er zum Aufstande und wälzte dadurch einengrossen Theil der Kriegslast von sich ab, denn gegen ihn wurde nur derPrätor Quinctius entsandt, gegen die aufrührerischen Celtiberer der Con-sul Metellus Macedonicus (143). Metellus bekriegte die Celtiberer zweiJahre lang mit grossem Erfolge, die Einzelheiten seiner Operationensind indessen nicht bekannt. Quinctius zwang anfänglich den Viriathuszur Flucht auf einen Berg (Namens Venusberg , wo er ihn einschloss.Viriathus aber, eine Zeit erspähend, wo Quinctius unachtsam war, griffihn unvermuthet heftig an, brachte ihm grossen Verlust bei und ver-folgte ihn bis an sein Lager.

Im Jahre 142 wurde der Consul Fabius Maximus, der im jenseitigenHispanien ein Heer von 18,000 Mann Fussvolk und 1600 Mann Reitereibefehligte, auf dem Marsche von Viriathus mit 6000 seiner besten, er-