Druckschrift 
Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
Entstehung
Seite
242
Einzelbild herunterladen
 

242 HI- Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

Heere nach Macedonien zurück, wagte einen erneuten Kampf, ward aberwieder geschlagen und floh zu den Thraciern, welche ihn indessen anMetellus auslieferten. Ein anderer Betrüger, der sich für des PerseusSohn Alexander ausgab, wurde gleichfalls von Metellus besiegt undrettete sich durch die Flucht, und nun ward Macedonien vollkommen ineine römische Provinz verwandelt.

Jetzt beschlossen die Römer, sich in den Streit zwischen Sparta unddem achäischen Bunde einmischend, diesen Letzteren zu theilen und zuschwächen. Dies führte den offenen Aufstand des achäischen Bundesgegen die Römer herbei. Vergebens sandten die Römer dreimal Gesandte,um die Achäer zur Vernunft zu bringen : die unversöhnlichen Feinde derRömer, Kritolaus und Diäus beherrschten die Gemüther der Achäer gänz-lich und machten den Krieg mit den Römern unvermeidlich. Mit denAchäern vereinten sich die Böotier. Nun zog (147) Metellus aus Mace-donien nach Griechenland. Kritolaus, der zu dieser Zeit Stratege desBundes war, ging, statt sich in den Thermopylen zu halten, nach Lokriszurück, wo er bei Skarphe von Metellus eingeholt und besiegt wurde undvermuthlich umkam. Diäus, der unter dem Titel eines Strategen nun denBefehl über die Truppen übernahm, schenkte 12,000 der kräftigstenSklaven die Freiheit, rief alle diejenigen zu den Waffen, welche fähigwaren Waffen zu tragen und zu kämpfen, Achäer wie Arkadier, undbrachte auf diese Weise ein Heer von 14,000 Mann zuFuss und 600 Mannzu Pferde zusammen, mit dem er sich in Korinth einschloss. Währenddessen war Metellus aus Lokris nach Böotien marschirt, hatte bei Chä-ronea 1000 Arkadier niedergemacht, welche nach Arkadien heimkehrten,und näherte sich nun nach Einnahme von Megara der Stadt Korinth. DieUnterhandlungen zwischen ihm und Diäus führten zu Nichts, und imJahre 146 rückte nun der Consul Mummius, welcher den Befehl über desMetellus Armee angetreten hatte, noch näher an Korinth heran. Ein ge-ringfügiger Erfolg, über einen römischen Avantgardenwachtposten da-von getragen, erzeugte in Diäus ein solches Selbstvertrauen, dass er ausKorinth vorrückte und dem Mummius die Schlacht anbot. Es war diesvon seiner Seite die grösste Thorheit. Nach Entfernung aller fähigenund erfahrenen Männer hatten die Aufständischen den Oberbefehl überdie Truppen unwissenden feigen Menseben anvertraut, und anstatt sichlange und hartnäckig in einer so befestigten Stadt, wie es Korinth war,zur Wehre zu setzen und durch ihre tapfere Verteidigung wenigstensdie Erlangung eines Friedens unter leidlichen Bedingungen zu erstreben,wagten sie es, ins offene Feld zu rücken und sich mit der römischenArmee in einen Kampf einzulassen, der über ihr Loos entscheiden sollteund musste. Dafür wurden sie aber auch grausam gezüchtigt. Mummiusverliess, als sie sich näherten, absichtlich nicht sein Lager bei Leuko-