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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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30. Kriege der Römer nach dem zweiten panischen Kriege 200133 v. Ohr.'. 235

einen erfolgreichen Zug nach Illyrien aus, wo er mehrere mit römischenBesatzungen belegte Städte sich unterwarf. Dem illyrischen KönigeGentius trug er ein Biindniss an, konnte sich aber aus Geiz nicht ent-schliessen, ihm die als Kriegskosten erforderlichen Gelder zu zahlen undberaubte sich dadurch der höchst nützlichen Mitwirkung desselben imfolgenden Jahre. In diesem dritten Jahre (169) ging gleich Anfangs derConsul Marcius aus Thessalien nach Macedonien, um Perseus in seinemeigenen Lande anzugreifen, hätte aber beinahe sein ganzes Heer bei demausserordentlich schwierigen und gefährlichen Uebergange mit Bagageund Elephanten über das Thessalien von Macedonien trennende Ge-birge ins Verderben geführt. Perseus, der mit seiner Hauptmacht bei derStadt Dium stand, hatte die Pässe in diesem Gebirge mit starken Corpsbesetzt und hätte, wenn er diese rechtzeitig unterstützte, die römischeArmee im Gebirge cinschliessen und vernichten können. Aber er unter-stützte diese Abtheilungen nicht allein nicht, sondern rief sie sogar zu-rück, rettete dadurch die römische Armee vom Untergange und wardselbst von solchem unbegreiflichen Schrecken ergriffen, dass er nur aufdie Rettung seiner Schätze bedacht war. Uebrigens unternahm Marciusausser der Einnahme von Herakleum Nichts von Belang iu Macedonienund bezog bald dortselbst Winterquartiere.

Die Kömer schämten sich dieser Art von Operationen des Licinius,Hostilius und Marcius gegenüber einem so erbärmlichen Gegner wie Per-seus, und im vierten Jahre (168) wählten Senat und Volk einstimmig den60jährigen Aemilius Paullus (Sohn des bei Cannä gefallenen Oonsulsgleiches Namens) zum Consul, einen fähigen erfahrenen Mann, der sichschon durch geschickte Kriegführung und mehrfache Siege einen Namengemacht hatte und sich der allgemeinen Liebe und Achtung erfreute.Ihm wurde die Führung, oder besser gesagt, die Beendigung des Kriegesmit Perseus übertragen. Die erste Sorge des Aemilius Paullus war, durchvom Senate abgesandte Personen an Ort und Stelle in Macedonien aus-führliche und wahrheitsgetreue Nachrichten von der Verfassung der rö-mischen wie der macedonischen Armee und Flotte zu erlangen. Nach-dem er diese erhalten, wurden die römischen Heere in Macedonien undIllyrien und die römische Flotte in den griechischen Gewässern an Mann-schaften vollzählig gemacht und mit allem Nöthigen versorgt, AemiliusPaullus ging nach Macedonien ab und der Prätor Anicius nach Illyrien.Inzwischen hatte Perseus, von der ihm drohenden Gefahr erschreckt,endlich sich bereit erklärt, dem Gentius 300 Talente an Kriegskosten zubezahlen und Gesandte zu den Rhodiern, dem Eumenes und Antiochusgeschickt, um sie zum Bündnisse mit ihm zu bewegen, ausserdem auch10,000 Reiter und 10,000 Mann Fusstruppen von den Bastarnern herbei-gerufen. Als aber Gentius in der Hoffnung auf Zahlung des ausbedun-