30. Kriege der Eömer nach dem zweiten punischen Kriege (200—133 v. Chr.). 233
Jahre 179, ohne seine Absicht ausgeführt zu haben. Sein Sohn undNachfolger Perseus hatte von ihm sowohl den Hass gegen Korn, wie denfesten Vorsatz zur Befreiung Macedoniens geerbt, besass aber nicht diegleiche Befähigung wie Jener zur erfolgreichen Durchführung diesesschwierigen Unternehmens und stürzte durch seinen Mangel an Umsichtund an kluger Bedachtsamkeit, an Entschlossenheit und Festigkeit, wiedurch seinen Geiz, seine Hinterlist und Feigheit, endlich durch seinepolitischen und kriegerischen Fehler sich und Macedonien nur ins Ver-derben. Seine erste That war, um Zeit zu gewinnen, die Erneuerungdes von seinem Vater mit den Römern geschlossenen Vertrages. Daraufbemühte er sich auf alle Weise durch Unterhandlungen und gleiss-nerische Versprechungen die Griechen für sich zu gewinnen und inGriechenland den alten Einfluss Macedoniens wiederherzustellen, wasihm auch in ziemlich erheblichem Maasse gelang. AVährend dessenhatten sich die an den Westgrenzen Macedoniens wohnenden Dar-daner mit Beschwerden gegen Perseus, welcher den kriegerischengermanischen Stamm der Bastarner von jenseits der Donau in ihr Landgerufen habe, nach Rom gewandt und um Hülfe gegen diese Letzteren ge-beten, mit denen sie damals im Kriege lagen. Die Bastarner waren in-dessen nicht von Perseus, sondern schon von Philipp herbeigerufen wor-den und nach dessen Tode grösstentheils wieder über die Donau zurück-gegangen ; nur ein Theil derselben war im Lande der Dardaner geblieben,aber auch diese wurden bald hinausgetrieben. Der römische Senatwusste bereits um die feindlichen Absichten des Perseus, beschränktesich aber bei diesem ersten Anlass nur auf die Forderung, dass er denVertrag pünktlich innehalten solle. Als er aber bald darauf hörte, dassPerseus mit den Karthagern Beziehungen angeknüpft habe und dass siemit dem Gedanken umgingen, ein Bündniss abzuschliessen, da schickteder Senat Gesandte nach Macedonien, um sich in der Nähe von demStand der Dinge zu überzeugen, und da nun von diesen die Kunde ein-ging, dass in Macedonien eifrige Kriegsrüstungen betrieben würden, finger gleichfalls zu rüsten an. Die Ueberredungskünste des Königs Eume-nes von Pergamum, ein Anschlag des Perseus auf das Leben des Eumenesund seine Weigerung, den Römern dafür Genugthuung zu geben, be-wogen endlich (171) den römischen Senat zur Kriegserklärung an Per-seus. Während Truppen ausgehoben wurden, gingen Gesandte nachGriechenland, um dies auf römischer Seite zu erhalten. Mit dem Einenderselben, Marcius, Hess sich der unentschlossene Perseus in Friedens-unterhaudlungen ein. Marcius, welcher wusste, dass Perseus zum Kriegegerüstet sei, die Römer aber nicht, bewog, um Zeit zu gewinnen, denPerseus zum Abschluss eines Waffenstillstandes und zur Entsendung vonGesandten nach Rom, um über den Frieden zu unterhandeln. Solcher-