Druckschrift 
Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
Entstehung
Seite
232
Einzelbild herunterladen
 

232 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

im Lager selbst vertheidigten sich die Uebriggebliebenen äusserst hart-näckig und erlitten einen noch grösseren Verlust, als im Kampfe und aufder Flucht. Antiochus ward aufs Haupt geschlagen, von seinen 82,000Mann waren etwa 50,000 Mann Fussvolk und 4000 Reiter auf demSchlachtfeld geblieben, 14,000 Mann nebst 15 Elephanten geriethen inGefangenschaft. Eine der hauptsächlichsten Ursachen der. Niederlagedes Antiochus lag in der schlechten Aufstellung seiner Phalanx. Sie waraus alten, erprobten, kräftigen, tapferen und gut bewaffneten und aus-gebildeten Kriegern zusammengesetzt, bildete den Kern seiner Armee undgalt für unbesieglich, aber sie war in viel zu grosser Tiefe aufgestellt,sodass ein grosser Theil ihrer Glieder vollständig nutzlos dastand.Ausserdem waren beide Flügel auf den Seiten der Phalanx grösstentheilsaus neuausgehobenen, unausgebildeten und verzagten Truppen gebildet.Der Sieg bei Magnesia entschied den Krieg mit Antiochus in Klein-asien ebenso, wie der Sieg bei Kynoskephalä vorher schon den Kriegmit Philipp in Griechenland entschieden hatte. Antiochus bat um Frie-den und erhielt denselben unter gleich schweren Bedingungen, wie sieKarthago und Philipp von Macedonien vorgeschrieben worden waren.Antiochus musste allen Ansprüchen auf Griechenland entsagen, ganzKleinasien bis zum Taurusgebirge räumen, den Körnern binnen 12 Jahren15,000 Talente an Kriegskosten bezahlen und ihnen seine sämmtlichenKriegsschiffe ausliefern (Hannibal, den er gleichfalls auszuliefern ver-pflichtet war,- rettete sich durch die Flucht auf die Insel Kreta]. Nach-dem sie dann Kleinasien unter ihre Bundesgenossen, die Rhodier undEumenes, getlieilt, ihren Einfluss in Asien dauerhaft begründet, den An-tiochus aber geschwächt, entwaffnet und in Abhängigkeit von Rom ge-bracht hatten, wandten sich die Römer gegen die Aetolier, zwangen siesonder Mühe zur Unterwerfung, beraubten sie ihrer Macht und Unab-hängigkeit und lösten den ätolischen Bund auf.

§. 198.Der zweite macedonisehe Krieg (171-168).

Der Druck der Römer auf Macedonien und ihr ungerechtes Ver-fahren gegen Philipp erregte in dem Letzteren einen tiefen Hass gegenRom und den festen Entschluss, Macedonien vom römischen Joche zubefreien. Einige Jahre hindurch betrieb er insgeheim, aber mit grossemEifer, Kriegsrüstungen zu diesem Zwecke, vermehrte seinen Schatz be-deutend, warb, übte und unterhielt ein starkes Söldnerheer, sammeltegrosse Vorräthe an Waffen, Lebensmitteln und anderen Materialien,welche zur Kriegführung erforderlich waren, starb dann aber schon im