30. Kriege der Römer nach dem zweiten punischen Kriege (200—133 v. Chr.). 227
§. 197.Der Krieg mit Antioehus m. (192—190).
Der Krieg der Körner gegen den König Antioehus III. von Syrien,der fünf Jahre nach dem ersten macedonischen Kriege ausbrach, bietet fastdieselben Erscheinungen dar, wie dieser Letztere. Auch bei ihm warder Erfolg durch die geschickte Politik des römischen Senates vor-bereitet und wurde dann durch die Macht der römischen Waffen, unter-stützt durch die Fehler des Antioehus und durch die Kunst der römischenFeldherren, rasch zur Entscheidung gebracht.
Die Ursachen dieses Krieges lagen schon mit in dem Frieden derKömer mit Philipp von Macedonien. Die Aetolier waren unzufrieden mitden durch diesen Frieden ihnen gebotenen, nichtigen Vortheilen, und dasie Philipp und Griechenland nicht zu einem allgemeinen Bündniss gegenKom zu bewegen vermochten, so baten sie den Antioehus, welcher dieForderung der Kömer, die kleinasiatischen griechischen Städte zu räumen,zurückgewiesen hatte, nach Griechenland zu kommen, um es von den Rö-mern zu befreien. Zur selben Zeit hatte Hannibal, welcher damals an derSpitze der karthagischen Regierung stand*), mit der ganzen Kraft seinestiefen Hasses gegen Rom sich heimlich bemüht, ein Bündniss zwischenKarthago und Antioehus gegen Rom zu Stande zu bringen. Ihr Bünd-niss, dem vermuthlich auch Macedonien und viele kleinere griechischenStaaten beigetreten sein würden, hätte für Rom um so gefährlicher wer-den können, als Hannibal, der alte und furchtbare Feind Roms, die Seeledieses Bundes gewesen wäre. Aber die Politik des römischen Se-nates vereitelte eine jede solche Verbindung. Vor Allem verlangte derSenat von Karthagos Regierung die Auslieferung Hannibal's, und Hanni-bal, um dem ihm drohenden Schicksal zu entgehen, floh an den Hof desAntioehus. Darauf wollte der römische Senat durch Unterhandlungen denAntioehus zur Räumung der kleinasiatischen griechischen Colonien be-wegen. Als aber Antioehus, von Hannibal aufgereizt, der Bitte derAetolier nachkam, da beschloss der Senat, ihn nicht allein aus Griechen-land, sondern auch aus Kleinasien zu verdrängen und ihn, wie vordemden Philipp, nicht nur für Rom unschädlich, sondern von Rom abhängigzu machen. Zu diesem Zwecke wurde nun die ganze Politik des römi-schen Senates darauf gerichtet, Philipp von Macedonien, die Griechen,Rhodus und den König Eumenes von Pergamum auf seiner Seite zu er-halten und aus ihnen für sich den grössten Vortheil zu ziehen, den An-
*) Im 28. Kapitel §. 191 wurde schon gesagt, dass Hannibal nach der Schlachtbei Zama nach Hailrumctum und von da zu Antioehus geflohen sei, docli geschahdies Letztere erst 10 Jahre später.
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