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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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226 III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

seine gewandte Politik auch deu Nabis, Tyrannen von Sparta (welchemPhilipp Argos überlassen hatte), die Böotier und fast das ganze Griechen-land auf die Seite Roms zu bringen. Dann rückten Flaminius sowohlwie Philipp mit fast gleich starken Armeen (2526,000 Mann) zurselben Zeit von Süden und von Norden her in Thessalien ein und stiessenin der Nähe von Larissa bei Kynoskephalä (einer Hügelreihe, welchedie beiden Heere von einander trennte und gegenseitig verdeckte) aufeinander, indem sie Truppenabtkeilungen vorgeschickt hatten, Phi-lipp zum Fouragiren, Flaminius, um vom Feinde Nachrichten einzu-holen. Als das römische Truppencorps die Hügel bereits durch mace-donische Abtheilungen besetzt fand, griff es diese an, wurde zurück-geschlagen, dann aber durch die ätolische Reiterei verstärkt und warfnun seinerseits die Macedonier zurück. Indem Philipp wie Flaminiusdie Kämpfenden allmälig verstärkten, hatten sie bald alle ihre Truppenins Gefecht gebracht und der Kampf wurde allgemein. Philipp's rechterFlügel, der in tiefer geschlossener Ordnung auf günstigem Terrain focht(auf einem stetig fallenden Abhänge der Hügelkette) brachte den römi-schen linken Flügel zum Zurückweichen. Aber auf Philipp's linkemFlügel verursachte das unebene, durchschnittene Terrain eine Lockerungder Aufstellung und löste die Reihen ; Flaminius benutzte dies, warf sichmit seinem rechten Flügel rasch und mit Ungestüm auf diesen Flügel,seine Elephanten vorn an, und warf ihn vollständig über den Haufen.Nun wurde auch Philipp's rechter Flügel in Front, rechter Flanke undRücken angegriffen, in die rückgängige Bewegung verwickelt und seineganze Armee aufs Haupt geschlagen, mit einem Verluste von 8000 Todtenund etwa 5000 Gefangenen.

Der Sieg bei Kynoskephalä, der aufs Neue die Ueberlegenheit derLegion über die Phalanx bewiesen hatte, entschied den Krieg. Philippbat um Frieden und war gezwungen, ihn unter den sehr schweren Be-dingungen anzunehmen, welche der römische Senat vorschrieb und dieden Zweck hatten, Philipp zu schwächen und ihn nicht nur für Rom un-schädlich, sondei;n von Rom abhängig zu machen. Er musste nämlichGriechenland räumen, dessen Unabhängigkeit anerkennen, sich auf denBesitz von Macedonien allein beschränken, nicht mehr als 500 Mannunter den Waffen halten, alle seine Kriegsschiffe ausliefern, sollte keinenäusseren Krieg ohne Roin's Einwilligung führen, binnen 10 Jahren 1000Silbertalente zahlen und seinen Sohn Demetrius als Geisel geben. Da-rauf wurden alle europäischen und kleinasiatischen griechischen Städtefür unabhängig erklärt, in drei von ihnen (Korinth, Chalcis und Deme-trias) legten die Römer Garnisonen, und bald hatten sie, indem sie ihrenEinfluss in Griechenland und Kleinasien befestigten, das Erstere in dieabsoluteste Abhängigkeit von sich gebracht.