30. Kriege der Römer nach dem zweiten punischen Kriege (200—133 v. Chr.). 225
dem Athen, Byzanz *) und Bhodus. Aegypten, Athen, Byzanz und Bhoduswandten sich nach Bom mit der Bitte um Hülfe gegen Philipp, und dieBömer, auf deren Seite der ätolische Bund stand, an welchem sie einestarke Stütze in Griechenland hatten, warfen sich zu Beschützern derSchwachen und Unterdrückten auf und verlangten von Philipp, dass erGriechenland räumen solle. Da aber Philipp diese Forderung nicht erfüllenwollte, so entsandten im Jahre 200 die Bömer den Consul SulpiciusGalba mit einem Heer und einer Flotte gegen ihn. Indessen weder Galba,noch im folgenden Jahre (199) der Consul Villius vermochten Philipp ausEpirus und Thessalien zu drängen, da sie die Feindseligkeiten zu späteröffneten und zu langsam und unentschlossen operirten, sich nur aufFührung des kleinen Krieges, Wegnahme einiger Gebirgspässe, Angriffeauf Fourageurs, Abschneiden von Zufuhren und dergl. beschränkten.Der Hauptgrund aber zu dem geringen Erfolge ihrer Unternehmungenlag darin, dass sie die Griechen nicht auf die Seite der Bömer zu bringenverstanden, und gerade von diesem Umstände hing der Erfolg des ganzenKrieges gegen Philipp ab. Denn die Hauptbezugsquelle aller Streit-kräfte, Mittel und Materialien für Philipp war nicht Macedonien, sondernGriechenland, das ihm Geld, Lebensmittel. Truppen und Schiffe lieferte.Deshalb übertrug im dritten Jahre (198) der römische Senat die Führungdes Krieges gegen Philipp dem Consul Quinctius Flamiuius, einemfähigen und mit der griechischen Bildung gründlich vertrauten Heer-führer, dem auch der Volkscharakter der Griechen genau bekannt war.Flaminius rechtfertigte die Wahl des Senates. Indem er den Philippgleich zu Anfang in den Gebirgspässen von Epirus, wo dieser sich ver-schanzt hatte, mit Geschick besiegte, zwang ihn Flaminius zur Bäumungvon Epirus und Thessalien und zum Bückzug nach Macedonien. Dannnahm er die Unterwerfung von Epirus und Thessalien vor und bewogdurch geschicktes Verhalten den achäischen Bund, auf die römischeSeite überzutreten; gemeinschaftlich mit dem Bruder des Flaminius,Lucius Quinctius, belagerten die Achäer sofort Korinth. Sie stiessen in-dess auf so hartnäckigen Widerstand, dass sie sich genöthigt sahen,die Belagerung aufzuheben, und die beiden mächtigsten Städte der Achäer,Korinth und Argos, verblieben noch in Philipp's Gewalt. Im folgendenJahre (197) verlängerte kluger Weise der römische Senat den Oberbefehldes Flaminius in Macedonien, und Philipp, da er die für sich ungünstigeWendung der Dinge in Griechenland erkannte, trat in Unterhandlungenmit Flaminius ein; aber die schweren Bedingungen des römischen Senatesanzunehmen, konnte er sich nicht entschliessen und entschied sich des-halb für Fortsetzung des Krieges. Bald gelang es dem Flaminius durch
*) Es kann wohl nur Pergamus (oder Perganmm) gemeint sein, dessen KönigAttalus von Philipp bekriegt wurde. Anmerkung des Uebersetzers.
Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. I, 3. lä