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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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218 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Aiigustus (32330 v. Chr.).

Feind, so bemühte er sich immer seiner eigenen Armee eine längereFrontausdehnung zu geben, als die des Feindes hatte, wodurch er dieMöglichkeit erlangte, die letztere zu umfassen, und deshalb verfuhr erin offensiv-defensiver Weise, indem er zuerst den Feind zu einemAngriff verleitete, dann aber selbst zur Offensive übergehend einen An-griff mit dem leichten Fussvolk, den Elephanten und der Phalanx ingradliniger, oder (wie an der Trebia und bei Cannä) in zangenförmigerSchlachtordnung in der Front machte, mit der Reiterei die Flanken desFeindes umfasste und gleichzeitig die Truppen aus dem Versteck gegenden Rücken des Feindes vorbrechen Hess. Dabei verwendete er jedeTruppengattung ihrer eigenthümlichen Bewaffnung und Bestimmung ent-sprechend auf die allervortheilhafteste Weise, und alle zusammen kämpftengeordnet und regelrecht, unter einander Verbindung haltend und sichgegenseitig unterstützend. Ganz besonders verstand Hannibal seineReiterei im Kampfe gut zu verwenden, er sorgte für sie aufs Beste undschonte sie thunlichst, an allen seinen Schlachten war sie vorzugsweisebetheiligt und entschied häufig den Sieg. Unbegreiflich ist es nur, wieer Elephanten anwenden konnte, deren Wirksamkeit immer und überallmehr schädlich als nützlich war, und die den römischen Truppen zudieser Zeit schon hinlänglich bekannt und nicht mehr fruchtbar waren.Darin unterschied er sich auch von Alexander, der keine Elephanten an-wandte, sondern mit Recht sie als ein eines regelrecht geschulten Heeresund der wahren Kriegskunst unwürdiges Mittel verachtete. Allgemeinausgedrückt waren die hauptsächlichsten und unterscheidenden Züge inder Taktik Hannibal's in der Schlacht: zuerst die Herbeiführung vonVerwirrung und Unordnung in den feindlichen Reihen durch sein leichtesFussvolk und die Elephanten, die Besiegung der feindlichen Cavalleriedurch seine eigene, dann der gleichzeitige geschlossene und heftige An-griff auf das feindliche schwere Fussvolk in Front mit der Phalanx, inder Flanke und im Rücken mit der Reiterei und den im Versteck ge-legenen Abtheilungen. Durch diese Art der Action im Kampfe erreichteer meist die ^allerentscheidendsten Resultate, nicht nur die Niederlage,sondern die fast vollkommene Vernichtung der feindlichen Armee, wiez. B. an der Trebia und bei Cannä. Die Schlacht am trasimenischen Seebietet das in der Kriegsgeschichte seltene und merkwürdige Beispieleines Ueberfalls der feindlichen Armee mit dem ganzen inein Versteck gelegten Heere.

Auf Grund der in der Geschichte so bekannten Worte Maharbal's anHannibal nach der Schlacht bei Cannä haben einige Historiker demHannibal besonders daraus einen Vorwurf gemacht, dass er, der in derSchlacht zu siegen verstanden hatte, den errungenen Sieg nicht aus-nutzte und nicht den möglichst grossen Vortheil daraus zog. Allein dieser