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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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216 HI- Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

heranzog, oder selbst mit der Hauptmacht zu ihnen stiess, bald zu demeinen, bald zu dem andern, kurz indem er seine Macht bald concentrirte,bald theilte. wobei er besonderes Geschick hatte, seine Hauptkräfte raschund rechtzeitig auf die wichtigsten Punkte zu entscheidenden Actionenzusammenzuziehen.

Meist marschirte und handelte er rasch und entschieden, dabei aberstets vorsichtig, heimlich und mit List, indem er sich bemühte, nicht nurdem Feinde zuvorzukommen, ihn durch sein unvermuthetes plötzlichesErscheinen in Erstaunen zu setzen und zu verwirren und durch das Un-gestüm und die Kraft seines Angriffs zu besiegen, sondern auch den-selben auf alle Weise zu täuschen, zu Irrthümern und zu Fehlern zu ver-leiten. Die Verschlagenheit seines Verstandes und die Verschlossenheitseines Charakters waren die Ursache, dasser 1) Verstecke, Nachtmärsche,plötzliche Ueberfälle, überhaupt jede Art von Kriegslist besonders liebteund anwendete, sich darin besonders auszeichnete, die Siege an derTrebia wie am trasimenischen See dadurch gewann und sich aus derGefahr in den Engpässen des Berges Callicula in Campanien rettete.Durch diese häufige Anwendung von Kriegslisten unterscheidet sichHannibal scharf von Alexander dem Grossen, welcher im Gegentheil esvorzog, bei Tage und offen zu handeln, keine Kriegslist zu gebrauchen,und die Nachtmärsche für schwierig, unerspriesslich und sogar seinerselbst und seiner Krieger unwürdig erachtete; dass er 2) seine Absichtengeheim zu halten und selbständig zu handeln verstand, von NiemandemRath fordernd oder annehmend: und dass er 3) die besondere Gabe be-sass, den Charakter und die Absichten seiner Gegner zu erkennen, ihreSchwächen und ihre Fehler auszunutzen und seine eigenen Massnahmendanach einzurichten. So besiegte er Sempronius, Flaminius und Varro.

Er führte den Krieg thätig aber behutsam, nach der Schlacht beiCannä war er oft durch die Umstände gezwungen zum Hinhalten, Ab-warten, sogar zu mehr oder weniger andauernder Unthätigkeit.

Er operirte vorzugsweise im Sommer (wegen der bequemeren Ver-pflegung seiner Truppen), bisweilen im Frühling oder Herbst, selten imWinter. Wenn aber der Drang der Umstände es unabweislich erheischte,so galt ihm jede Jahreszeit für seine Unternehmungen gleich, wie erdenn überhaupt von Seiten der Natur wie der Menschen sich durch keinHinderniss stören Hess. Nichts konnte bei solchen Gelegenheiten ihnschrecken oder aufhalten, in dieser Hinsicht gab es für ihn, wie fürAlexander den Grossen, nur umsomehr Ruhm, je grösser die Mühe undGefahr. Den besten Beweis dafür liefert sein Uebergang über die Alpenund sein Zug durch die Sümpfe des Arno.

Durch kluge Politik, weise Kriegsverwaltungs-Massregeln und Für-sorge für seine Truppen brachte er es zu Stande, dass er im Verlauf des