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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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214 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

diesem Augenblick,waren Hannibal's Streitkräfte in Italien niemals über4050,000 Mann angewachsen, während die Körner beständig 50 bis70,000 Mann (bei Cannä sogar 90,000 Mann) gegen ihn allein unter denWaffen hatten, abgesehen noch von den Truppen, welche gegen seineeinzelnen Corps operirten. Ohne Flotte, ohne Verbindung zur See mitHispanien und Karthago, fast ganz ohne Verstärkung und Hülfe vonseiner Regierung, war Hanuibal gezwungen sich die Mittel und dasMaterial zur Führung des Krieges selbst zu schaffen, seine Armee durchAushebungen und Werbungen bei seinen Bundesgenossen zu ergänzenund zu verstärken, indem er diesen auf jede Weise schmeichelte, sieschonte und sorgfältig alle zu harten Massregeln vermied. Deswegenwar auch die Zusammenhaltung, Completirung und Verstärkung seinerTruppen für ihn sehr viel schwieriger als für Alexander.

Selten hat ein Feldherr bei so ungewöhnlicher kriegerischer Be-fähigung und so allseitigem Anrechte auf Gelingen mehr als Hannibalvon den Launen des Schicksals, von der Veränderlichkeit des Glücks zuleiden gehabt, selten war ein Feldherr unglücklicher, aber seltenauch grösser in seinem Unglück, als er, selten endlich hat einermehr Theilnahme erregt, als er. Hierin liegt besonders einer der auf-fälligsten Unterschiede zwischen Alexander und Hannibal. Nie hat dasGlück Alexander verlassen, von Hannibal wich es schon nach der Schlachtbei Cannä im vierten Jahre des sechszehnjährigen Krieges gegen Born.Alexander war immer und überall siegreich, Hannibal nur bis zur Schlachtbei Cannä, nach derselben erlitt er bei aller seiner Kriegskunst, dochöfter Unfälle und Niederlagen, deren letzte, bei Zama, sogar den Kriegzu Gunsten Boms entschied. Alles begünstigte Alexander bei seinemKriege in Asien, dem Hannibal war in den letzten dreizehn Jahren seinesKrieges in Italien und in Afrika beständig Alles entgegen. Alexanderwar zugleich Feldherr und Monarch, und verfügte unbeschränkt über dieStreitkräfte, Mittel und Hülfsquellen Macedoniens, der von ihm erobertenLänder, theilweise auch Griechenlands. Hannibal war nur ein Feldherr,der karthagischen Begierung unterstellt, von welcher er vollkommen ab-hängig war und bei welcher er nicht nur nicht die genügende Unterstützung*fand, sondern sogar stets auf Widerstand und Opposition von SeitenHanno's und dessen Fartei stiess, weshalb er gezwungen war, den Krieglediglich mit denjenigen Mitteln und Kräften zu fuhren, welche er zuseiner Verfügung hatte oder von seinen Verbündeten in Italien erlangenkonnte. Alexander hatte Krieg geführt gegen ein Beich, das im höchstenGrade innerlich, staatlich wie militärisch, in Unordnung war und inwelchem die entarteten, verweichlichten, unkriegerischen, muthlosenPerser mit ihrer kläglichen militärischen Organisation und den dürftigstenrohesten Begriffen vom Kriegswesen das herrschende Volk waren; die