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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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29. Der zweite punische Krieg (2182U2 ; . 213

ziehen, nöthigte dann Alexander seinen siegreichen Zug zum Ganges undzum indischen Meere aufzugeben und den Rückzug nach Persien an-zutreten.

Gleich Alexander war auch Hannibal ehrgeizig, aber seine Ehrsuchtwar, wie die Alexander's, eine sehr natürliche und erhabene, denn sieentsprang aus der Liebe zum Vaterlande und dem Hass gegen Rom undhatte die Erhöhung Karthagos durch Niederwerfung Roms zum Ziele.Die grosse Seele Hannibal's dürstete nach Ruhm und Ehre, aber nicht fürseine Person, sie war nicht gemischt mit Herrschsucht, Habgier oderirgend welchen andern niedrigen Beweggründen.

In allen seinen Handlungen offenbarte Hannibal, wie Alexander, eineweise und geschickte, dabei aber schlaue und verschlagene Politik. Erverstand es gut, heimliche Verbindungen anzuknüpfen, Unterhandlungenzu führen und durch die Macht der Ueberredung, durch Schmeicheleien,Geschenke oder Drohungen, welche alle gewandt und leicht zur rechtenZeit und an der rechten Stelle in Anwendung gebracht, gelegentlich auchmit Gewalt der Waffen unterstützt wurden, auf seine Seite zu ziehen,und vermochte so die trans- und cisalpinischen Gallier wie einen grossenTheil der Völker Italiens auf seine Seite zu bringen und dauernd zufesseln. Fast ganz Campanien, Samnium, Apulien, Lucanien, Calabrienund Bruttium standen im Bündniss mit ihm und liehen ihm ihre mehroder minder thätige Hülfe und Mitwirkung, die Capuaner verwandeltensich aus Bundesgenossen Roms in dessen heftigste Feinde, Etrurien warin Gährung und Schwanken gerathen, und von dreissig römischen Co-lonien versagten zwölf Rom ihre Mitwirkung ! Das Alles war eine Fruchtvon Hannibal's Politik, welche sich um so geschickter erwies, je schwereres ihm, im Verhältniss zu Alexander war, Verbündete zu gewinnen undauf seiner Seite zu erhalten, sie von Rom loszureissen und gegen dasselbeaufzuhetzen; waren doch die trans- und cisalpinischen Gallier, trotz allihres Hasses gegen Rom ein äusserst wetterwendisches unbeständigesVolk und daher unzuverlässige Verbündete, während die Völker ItaliensRom und dessen Rache im Falle von Hannibal's Misserfolge aufs Aeusserstefürchteten.

Das Missverhältniss zwischen den Kräften, Mitteln und HülfsquellenHannibal's und der Grösse und dem Umfange seines Unternehmens, denHindernissen und Schwierigkeiten mit denen er zu kämpfen hatte, denKräften. Mitteln und Hülfsquellen Roms, der langen Dauer des Kampfes,den von den Römern erlangten Erfolgen sowie den durch sie erzieltenResultaten, dieses Missverhältniss war noch weit erheblicher und auf-fälliger als bei Alexander. Von 100,000 Soldaten, welche er in Neu-Karthago hatte, waren nur 26,000 mit über die Alpen gezogen und hattenden Kampf gegen das furchtbare und mächtige Rom eröffnet, und seit