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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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204 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

interessantesten derselben ist der Marsch des Claudius Nero mit 6000Mann zum Fluss Metaurus in 7 Tagen und zurück in 6 Tagen. Dabeihatte die Art, wie Hannibal operirte. häufig Kriegslisten anwendete,Hinterhalte legte u. s. w., einen wesentlichen Einfluss auf die Römerinsofern, als sie zu ähnlichen Mitteln griffen und gelegentlich dem Han-nibal Schlingen stellten. Die römischen Heerführer wussten alsdann ihreAbsichten geheim zu halten, suchten dagegen die ihrer Gegner zu er-forschen, nicht selten sogar die des Hannibal selber. Sie führten denKrieg sehr thätig, aber nach der Schlacht bei Cannä ausserordentlichbedächtig, später etwas kühner, gegen das Ende hin, wie schon bemerkt,wieder nur zu behutsam, ja fast furchtsam. Sie eröffneten die Kriegs-operationen gewöhnlich mit Beginn des Frühjahrs,, sobald die Saat hochgenug war, um als Futter dienen zu können, bisweilen auch erst imSommer, und stellten sie frühzeitig im Herbst wieder ein, indem sie inWinterquartiere rückten oder befestigte Lager bezogen. Mitunter führtensie auch im Winter mit Heeresabtheilungen einzelne Züge und Operatio-nen des kleinen Krieges aus. Jährlich stellten sie, je nach den Umstän-den, 4 bis 6 Armeen auf (812 römische und ebenso viele Bundes-genossen-Legionen, also 75111,000 Mann in Italien und ebenso vielein Sicilien, Sardinien und Hispanien, im Ganzen also 1013 Armeen,2024 römische Legionen oder 150,000200,000, sogar bis 220,000Mann!). In der einen Schlacht bei Cannä hatten sie bekanntlich 2 Ar-meen oder 16 Legionen, mit 80,000 Mann Fussvolk und 7200 MannReiterei. Ausserdem besassen sie beständig, namentlich aber zu Endedes Krieges, mehrere Flotten (von 50 bis zu 100 Kriegsschiffen nebsteiner grossen Anzahl Lastschiffe) an den Küsten von Italien, Sicilien,Sardinien und Hispanien. Man kann daraus ersehen, bis zu welchemGrade die Streitkräfte Roms zu Lande und zur See im zweiten punischenKriege angespannt werden konnten und factisch angespannt wurden.Aber allerdings verursachte dies gewaltige Kosten, sodass bereits gegendie Mitte, sogar schon zu Anfang des Krieges der Staatsschatz aufsAeusserste erschöpft war und nur durch die Opferwilligkeit der begüter-ten Klassen und reichen Privatpersonen die unvermeidlichen und sehrerheblichen Kosten des Krieges bestritten werden konnten. Die Folgevon dem Allen war, dass Rom niemals Mangel hatte, weder an Truppen,noch an Flotten, noch an Mitteln zum Unterhalt derselben. Zu Ende desKrieges begannen die Römer die Zahl ihrer Truppen und ihrer Flottenin Italien zu vermindern und sie nur in Hispanien, zuletzt auf Sicilienund besonders in Afrika zu vermehren. Für die geregelte Verpflegungder activen Truppen war sehr gut gesorgt, sie erfolgte durch Fouragiruu-gen und Transporte von Vorräthen zu Lande, auf den Flüssen und zurSee. Vorrathsmagazine wurden im Rücken der Armee errichtet in be-