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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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200 III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

4 bis zu 12 Legionen) gegen Hannibal unter den Waffen hatten, so ver-fielen sie doch nicht einmal auf den Gedanken und hatten nie den Muth,ihn entschlossen mit ihren vereinten Kräften zugleich anzugreifen, wo-durch sie, wenn auch nicht ihm eine entscheidende Niederlage beibringen,doch jedenfalls ihn weit früher als im Jahre 203 hätten aus Italien hinaus-drängen können. Und selbst im Jahre 203 waren nicht sie es, welcheihn aus Italien forttrieben, sondern das von Scipio in Afrika angegriffeneKarthago rief ihn zurück. Es erregt Verwunderung, dass einige Feld-herren, wie z. B. Marcellus, nicht einmal unter geschickter Benutzunggünstiger Umstände vermochten, Hannibal theilweise Schlappen bei-zubringen ; aber direct und entschlossen gegen]ihn vorzugehen mit denvereinten Kräften der zwei oder drei Armeen zugleich, dazu hatte keinervon ihnen Muth und Verstand. Jedes Jahr wurden mindestens zwei Ar-meen gegen ihn aufgestellt, um ihn zu beobachten und eingeschlossenzu halten, aber nicht zu entscheidenden Actionen gegen ihn. Zwei rö-mische Armeen beliefen sich zusammen auf 40,000 Mann unvergleichlichbesser bewaffneter Truppen, als die kaum gleiche Zahl Krieger, welcheHannibal in den letzten Jahren in Italien zusammen hatte. Wenn aberdie römischen Heerführer diese 40,000 Mann gegen jene 40,000 Manndes Hannibal unzureichend erachteten, so konnten sie ja, falls sie be-absichtigten, ihn aus Italien hinauszutreiben, leicht und bequem nichtnur zwei, sondern drei, ja vier Armeen (60 öder 80,000 Mann) zusammen-ziehen und zur entscheidenden Offensive übergehen. Aber das thaten sieniemals, bis er von selbst aus Italien mit nur 24,000 Mann abzog, nach-dem er in den bruttischen Garnisonen höchstens 56000 Mann zurück-gelassen hatte. Und die Gründe hierfür lagen lediglich in der gewaltigenPersönlichkeit Hannibal's, in seiner aussergewöhnlichenFeldherrenkunst,in seinem moralischen Einfluss auf die Römer und der Furcht, die sieschon vor seinem blossen Namen empfanden!Man kann sagen,dass er allein eine ganze Armee aufwog, und dass die Römerselbst mit drei und vier Armeen nicht gewagt haben würden, ihn an-zugreifen. Bei alledem operirten sie indessen überall da, wo sie nichtHannibal gegen sich hatten, so in Nord-, in Mittel-, in Suditalien, wiein Sicilien, Sardinien, Hispanien und Afrika gauz ebenso kühn, muthigund entschlossen, wie sie es sonst gewöhnt waren. Es scheint daher,wie natürlich und begreiflich auch die Furcht sein mochte, welche sievor Hannibal empfanden, doch, dass diese, seit undenklicher Zeit sokriegerischen und tapferen Römer mit ihren so wohlgeschulten zahl-reichen Heeren, die überall S cli w ä c h e r en ge g e b e r kühn und ver-wegen waren, dennoch dem Hannibal gegenüber, den sie mit zweifacherund dreifacher Ueberlegenheit zu erdrücken vermocht hätten, zu be-hutsam, um nicht zu sagen furchtsam, gewesen sind; denn viele