28. Der zweite punische Krieg (218—202). 173
Legionen) durch Anwerbung von hispanischen Hülfstruppen zu ver-stärken, jedoch in der Art, dass die Zahl derselben nicht die derrömischen Truppen überstieg, eingedenk des traurigen Schicksals seinesVaters und Oheims, welche in Folge des Verraths und des Abfalls derHispanier umgekommen waren. Er hatte zu diesem Zweck seinen LegatenSilanus zu einem der mächtigsten Häuptlinge in Hispanien, Colcha oderColichas, gesendet, um die von ihm versprochenen Hülfstruppen zu holen,er selber war unter Zurücklassung einer römischen Besatzung in Tarracosüdwestlich zum Bätis gezogen, überall unterwegs römische Besatzungenin die Städte legend und angeworbene hispanische Hülfsvölker an sichziehend. Zwischen Castulo und Bäcula stiess Silanus mit 3000 Mannzu Fuss und 500 Heitern (Hispaniern) zu ihm, wodurch seine Armee an-nähernd auf 45,000 Mann Fussvolk und 3000 Mann Cavallerie anwuchs(darunter 23—24,000 Römer, d. h. zwei Legionen, und etwa 20—22,000Hispanier). Mit diesem Heere rückte er gegen Hasdrubal und Mago ineiner Richtung vor, dass er sie von Gades abschnitt, und bezog auf dendem karthagischen Lager gegenüberliegenden Anhöhen ein Lager, wiees scheint mit der linken Flanke in der Richtung zum Bätis hin.
Kaum begannen Scipio's Truppen ihr Lager zu befestigen, so stürmteMago mit der schweren und Masinissa mit der numidischen Reiterei gegensie heran. Indessen hatte Scipio schon in Voraussicht solches Angriffsseine Massregeln dagegen getroffen und seine Reiterei in ein Versteckgelegt, während ausserdem wie gewöhnlich das leichte Fussvolk dieLagerschanzarbeiten deckte, unterstützt von Wache haltenden Cohorten.Von diesen Truppen in der Front aufgehalten, und von der römischenReiterei aus dem Versteck angegriffen, wurde des Mago und MasinissaReiterei mit Verlust zurückgeworfen. Einige Tage später rückten beideHeere früh Morgens, die römische zuerst, aus ihren Lagern hervor undformirten sich auf der Ebene am Fusse der Höhenzüge zur Schlacht infolgender Weise:
Scipio beabsichtigte: 1) den hispanischen Truppen keine Hispaniergegenüber zu stellen, 2) den Feind im Centrum nur zu beschäftigen undfestzuhalten. dagegen mit beiden Flanken des römischen Fussvolks undder römischen Reiterei, das Legionsfussvolk in Front, das leichte nebstder Reiterei in den Flanken, ihn kräftig und nachdrücklichst anzugreifen.Demgemäss entsendete er zuerst sein leichtes Fussvolk und die Cavalleriegegen das feindliche Lager, und rückte unter deren Schutze selbst mitseinem gesammten schweren Fussvolk aus, welches er in der Mitte derEbene dem feindlichen Lager gegenüber aufstellte.
Als Hasdrubal die herankommenden römischen leichten Truppenund Cavallerie erblickte, schickte er die seinigen ebenfalls vor; gleichdarauf bemerkte er, dass auch das römische schwere oder Legionsfuss-