Druckschrift 
Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
Entstehung
Seite
172
Einzelbild herunterladen
 

172 III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

streng in Disciplin und Gehorsam zu erhalten. Vollständig den will-kürlichen Eathschlüssen seiner Kegierung unterworfen, welche nur daraufbedacht war, sich Hispanien zu erhalten, aus denen sie Geld erpresste,"hielt sich Hannibal nur durch seinen Charakter und seine Feldherrnkunstin Italien noch so, dass zwei, ja drei römische Armeen, welche ihn um-schlossen hatten, niemals es wagten, ihn gleichzeitig, gemeinschaftlichund mit Entschiedenheit anzugreifen, was ihnen doch wahrlich, und injedem Jahre mehr und mehr, leicht genug gewesen wäre. Und wennman bedenkt, dass dies römische Armeen waren, die nicht seltenvon ausgezeichneten Feldherren geführt wurden, so muss die Be-wunderung Hannibal's noch höher steigen.

Aber überall da, wo er sich nicht befand, triumphirten die römischenWaffen, namentlich dort in Hispanien, wo ein solcher Feldherr wie derschon viel versprechende jugendliche Cornelius Scipio commandirte.Hasdrubal, Gisgo's Sohn, und Mago hatten den ganzen Winter auf dieErgänzung und Ausbildung ihres Heeres in der Provinz Bätica (h. Anda-lusien) verwendet. Sie lagen am linken Ufer des Bätis (h. Guadalquivir),in ihrem Bücken ihren Hauptmagazin-und Stützpunkt im südlichen Hispa-nien , die Seestadt Gades (h. Cadix). Zu Anfang des Frühjahrs hattensie ihre Armee auf etwa 50,000 Mann Fussvolk und 4500 Mann Eeitergebracht (worunter, wie es scheint, ca. 20,000 Mann afrikanischen Fuss-volks und 1500 numidische Beiter). Mit diesem Heere überschritten sieden Bätis und bezogen ein Lager auf dessen rechtem Ufer in der Näheeiner Stadt, welche Polybius Ilipa und Titus Livius Silpia nennt, undwelche, nach der Beschreibung des Letzteren, ungefähr an der Stelle lag,wo später die Stadt Italica und noch später S evilla vej a (Alt-Sevillajstand, westlich oder südwestlich von dem heutigen Sevilla, nahe bei SanLucar, auf dem rechten Ufer des Guadalquivir*). Das Lager Hasdrubal'sund Mago's lag auf einem Bergrücken, an dessen Fusse sich eine Ebenedehnte, welche auf der entgegengesetzten Seite wieder durch einengleichen Höhenzug begrenzt war. Wie aber dieses Lager in Beziehungauf den Bätis gelegen war, ob mit der Front, dem Bücken, oder denFlanken nach "ihm hin, das ist weder aus Polybius, noch aus Titus Liviusersichtlich, indessen scheint aus den darauf folgenden Thatsachen derSchluss gerechtfertigt, dass es mit der rechten Flanke in der Bichtungnach dem Bätis hin lag, mit der Front nach Nordosten, von wo her Has-drubal und Mago den Scipio erwarteten.

Auch der Letztere hatte den Winter benutzt, um seine Armee (vier

*) Nach Anderen lag Ilipa weiter nordöstlich am Guadalquivir, der Einmün-dung des Jenil und dem heutigen Palma gegenüber, zwischen Hispalis (etwa das h.Sevilla) und Corduba (h. Cordova). Anmerkung des Uebersetzers.