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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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28. Der zweite punische Krieg (218202). 165

die Marschordnung zu erhalten bemüht, gab den Befehl, dass die Fahnen-träger längs dem Ufer des Metaurus marschiren sollten, mit Tagesan-bruch wollte er über den Fluss durch eine Furt gehen und denselbenzwischen sich und die römische Armee bringen. Aber in der Finsternisskonnte man die Feldzeichen nicht sehen, die Krümmungen des Metaurusverlängerten und erschwerten noch den Marsch, um so mehr, als derMetaurus immer mehr zwischen Bergen eingeengt floss, und tiefer undreissender wurde. Dies Alles verzögerte den Marsch von Hasdrubal'sArmee aufs Aeusserste und gab den Römern Zeit und Möglichkeit ihr zufolgen. Claudius Nero holte sie zuerst mit seiner Cavallerie ein, baldnach ihm erschien Porcius mit dem leichten Fussvolk, Beide gingen denan der Queue marschirenden Abtheilungen Hasdrubal's scharf zu Leibe.Da er sah, dass unter diesen Umständen eine Fortsetzung des Marschesunmöglich, wählte Hasdrubal auf der nächsten Anhöhe (etwa 10 römischeMeilen= 2 deutsche = 14 Werst von Fanum) einen ebenen Platz zum Lagerund befahl es zu verschanzen. Aber schon kam Livius mit dem gesammtenschweren Fussvolk heran, und zwar nicht in Marsch- sondern in Schlacht-ordnung formirt, in Cohorten-Colonnen, ohne Gepäck, und sogleichformirte sich die ganze römische Armee zum Kampfe. Nun stellte auchHasdrubal, da er einsah, dass er einer Schlacht nicht ausweichen könne,sein Heer in Schlachtordnung. Seine rechte Flanke lehnte er an denFluss und deckte sie durch eine Schlucht und den Abhang des Berges,den Angriff beschloss er mit seinem rechten Flügel auszuführen, wohiner seine besten und zuverlässigsten Truppen stellte, die Hispanier undAfrikaner unter seinem persönlichen Befehl, ins Centrum postirte er dieLigurier. auf den linken Flügel die Gallier, als die von Allen am wenigstenzuverlässigen. Nach vorn wurden die 10 Elephanten gestellt (mehrhatte er nicht] , die Reiterei, deren nirgend Erwähnung geschieht, standwahrscheinlich hinter dem Fussvolk, denn auf den Flanken war keinRaum für sie. Es lässt sich nicht mit Bestimmtheit nachweisen, wie vielTruppen er überhaupt hatte, aber aus dem Umstände, dass Livius undPorcius, vor des Claudius Nero Ankunft ungefähr 34,000 Mann stark,nicht gewagt hatten, Hasdrubal anzugreifen, lässt sich mit einiger Wahr-scheinlichkeit schliessen, dass er etwa 40,000 Mann in Reihe und Gliedgehabt haben muss; die Consuln mit Porcius zusammen waren etwa42,000 Mann stark, folglich werden die Kräfte auf beiden Seiten ziemlichgleich gewesen sein. In der römischen Schlachtlinie stand Claudius Neromit den Truppen seines Corps (ca. 8000 Mann, auf dem rechten Flügelden Galliern gegenüber, die Legionen des Porcius bildeten das Centrum,den Liguriern gegenüber, die Legionen des Livius den linken Flügel,den Hispaniern und Afrikanern gegenüber. Da das Schlachtfeld in derBreite durch das Terrain sehr beschränkt war, so stellte Hasdrubal sein