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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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2S. Der zweite punische Krieg (218202). 1(33

Legaten zurückgeblieben, und auf der andern Seite, dass Claudius Nerovon Hasdrubal selbst geschlagen werden möchte, welcher ihn ja schoneinmal in Hispanien düpirt hatte, und den man, seitdem er die Alpenüberschritten, fast noch höher stellte als den Hannibal selber. So grosswar die Furcht, welche Hannibal und Hasdrubal den Römern einfiössten,und die ihnen nicht erlaubte, die kühnen und geschickten Entwürfe ihrereigenen Feldherren richtig und nach Verdienst zu würdigen! Bald klärtendie Folgen sie darüber auf, bis zu welchem Grade sie verblendet ge-wesen waren.

Claudius Nero setzte, sobald er weit genug von Hannibal entferntwar, seinen Truppen den wahren Zweck seines Marsches auseinander,indem er hinzufügte, dass noch kein Feldherr jemals ein scheinbar sokühnes und verwegenes, in Wahrheit aber so sicheres und zu so ge-wissem Siege führendes Unternehmen gewagt habe; denn die Armee desConsuls Livius sei die zahlreichste und beste von allen, welche gegenHannibal kämpften, und deshalb müsse die kleinste Verstärkung" der-selben den Sieg unzweifelhaft auf ihre Seite bringen, und dies um somehr, als er (Nero) alle Sorge getroffen habe, dass der Feind Nichts vonseinem Marsche erfahre und dass daher das Auftreten seines Corps imMomente der Schlacht ein vollständig unerwartetes sei; endlich könnesein Corps überzeugt sein, dass es zwar nur einen Theil der Gefahrenzu ertragen haben, dagegen den Ruhm des Sieges ganz ungetheilt be-sitzen werde. Dies feuerte seine Krieger aufs Höchste an, ebenso aberauch alle Landeseinwohner, welche sie mit Entzücken aufnahmen undgeleiteten und sie als Erretter des Vaterlandes aus der Gefahr begrüssten.

Claudius Nero ermangelte nicht, den Consul Livius zu benachrichtigenund ihn zu fragen, ob er wünsche, dass sein (des Claudius) Corps beiTage oder bei Nacht zu ihm stosse, und mit ihm gemeinschaftlich odervon ihm getrennt ein Lager beziehe. Livius antwortete, dass er nichtnöthig erachte, sein Lager zu vergrössern, und seinen Soldaten befohlenhabe , des Nero Truppen in ihre Glieder aufzunehmen, je nach Waffen-gattung und Rang, was sich auch unschwer ausfuhren Hess, da desClaudius Nero Corps, obgleich es unterwegs noch durch Einstellung vielerVeteranen und Freiwilligen sich verstärkt hatte, dennoch, da es obneGepäck marschirt war, nur wenig Raum bedurfte. Livius stand zu dieserZeit gerade in einem Lager nahe der Mündung des Flusses Metaurus(h. Metauro) und unweit Fanum (Fanum Fortuna im Gebiet der senno-nischen Gallier, h. Fano, zwischen Rimini und Ancona). Der Prätor Por-cius, der, vor Hasdrubal zurückweichend, ihn fortwährend neckte undaufhielt, hatte ein abgesondertes Lager bezogen, rechts von Livius, näherbei Fanum, und Hasdrubal stand dem Livius gegenüber, 500 Schritt vonihm entfernt, mit der rechten Flanke am Metaurus.

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