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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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27. Der zweite punische Krieg (218202). \ 07

der Seehäfen von Lokri und Kroton, es dennoch für sehr wichtig und undunerlässlich hielt, auch die Häfen von Tarentum oder Brundisium in seineHand zu bekommen, um für die Landung Philipp's von Macedouien undfür die Vertheidigung geeignete Punkte in Süd-Italien zu besitzen.

Inzwischen verheerte er das Gebiet von Cumä bis zum VorgebirgeMisenum und bezog ein Lager nahe bei Puteoli, wo 6000 Mann römischerGarnison lagen. Da er aber diese Stadt zu stark befestigt und verthei-digt fand, so zog er weiter, die Gegend von Neapolis verwüstend. SeinErscheinen in der Nähe von Nola veranlasste seine Anhänger in dieserStadt ihn aufzufordern, vor die Stadt zu rücken. Aber Marcellus erfuhrhiervon und brach sofort von Cales auf (h. Calvi) über den Vulturnus nachSuessula und eilte von dort mit 6000 Mann zu Fuss und 300 Reitern, aus-erlesenen Truppen, weiter, um Hannibal in Nola zuvorzukommen.

Zur selben Zeit war Sempronius in Beneventum angelangt, wo er eivfuhr, dass auch Hanno soeben in der Nähe auf dem linken Ufer des FlussesCalor (h. Calore), eines linken Zuflusses des Vulturnus eingetroffen sei.Er bezog sogleich ein Lager, eine Meile über ein Kilometer, etwa2000 Schritt, von Hanno's Lager entfernt. Zwei von seinen vier Legionenbestanden aus den Freiwilligen, welchen die Freiheit versprochen aber nochnicht gegeben war. Diese Freiwilligen, welche bisher eifrig und pünkt-lich ihre Schuldigkeit gethan hatten, murrten, aber Sempronius versprachihnen mit Zustimmung des Senates und des Marcellus jetzt die Freiheit,wenn sie in der Schlacht gegen Hanno ihre Pflicht so thäten, wie sich'sgehöre, und Jeder ihm den Kopf eines Feindes bringe. Die Freiwilligenwaren hierüber hoch erfreut und gelobten ihm, dass sie sich die Frei-heit erkämpfen wollten. Am folgenden Tage früh rückte Sempronius ausseinem Lager und formirte sein Heer in Schlachtordnung. Hanno thatdasselbe mit seinen 17,000 Mann Fussvolk (grösstentheils Bruttier undLucanier) und 1200 Mann Keiterei ifast nur Numidier und Mauretanier).Der erste Zusammenstoss war sehr heftig und der Erfolg stand ganzevier Stunden lang auf beiden Seiten gleich. Die Freiwilligen, gänzlich mitdem Abschneiden der Köpfe von verwundeten oder erschlagenen Feindenbeschäftigt, konnten kaum noch kämpfen. Da machte Senipronius be-kannt, dass sie sich schon die Freiheit verdient hätten und deshalb keineKöpfe mehr abschneiden, sondern kämpfen sollten, und nun erneuertesich der Kampf mit grosser Heftigkeit. In diesem Moment erhielt auchdie römische Cavallerie den Befehl, die feindlichen Flanken zu attakiren.Aber die Numidier fochten so tapfer und hartnäckig, dass der Sieg sichimmer noch nicht auf die Seite der Römer neigte. Nun Hess Semproniusden Freiwilligen abermals sagen, dass sie die Freiheit nicht erhaltenwürden, wenn sie den Feind nicht schlügen. Diese Drohung wirkte der-art, dass sie mit allen übrigen Truppen der römischen Armee gemein-