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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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106 HI. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

hin ging, Hannibal beständig mit zwei oder drei Armeen einzuschliessen,ihn durch fortwährendes Hin- und Herziehen und Operationen des kleinenKrieges zu ermüden und zu schwächen, sich aber nur wenn der Sieg ganzsicher war in eine Schlacht mit ihm einzulassen. Vier römische Armeenwenigstens standen immer im Felde im eigentlichen Italien in Cam-panien und Apulien, und während einige von ihnen Hannibal beob-achteten und seinen Bewegungen folgten, operirten die anderen gegenseine Feldherren und entrissen ihnen allmälig die von ihnen unterwor-fenen Gebiete. In Campanien war das eigentliche Hauptziel der Römerdie Einnahme von Capua, um dadurch dem Hannibal diesen für ihnäusserst wichtigen Vertheidigungspunkt in dieser Provinz zu entreissenund ihn so aus derselben hinauszudrängen.

Hannibal seinerseits, da er weder rechtzeitig noch in genügendem MasseUnterstützungen aus Karthago erhielt welches in seiner verkehrtenHandelspolitik für wichtiger und nöthiger erachtete, Hispanien sich zuerhalten, als Hannibal in Italien zu unterstützen, war fast gänzlichauf seine eigenen Kräfte, Mittel und Hülfsquellen angewiesen, die sichaber beständig verringerten, und hielt sich in Italien nur durch die Kraftund Ueberlegenheit seiner hohen Begabung. Er concentrirte seine Kriegs-operationen auf Campanien, Apulien, Calabrien, Lucanien und Bruttium,speciell in der Absicht, sich Karthago zu nähern und Rom fortwährendzu bedrohen. Aber von römischen Armeen umgeben, deren Stärke nieunter 80,000 Mann betrug, war er gezwungen alle Mittel seiner Kriegs-kunst aufzubieten, um nicht von ihnen erdrückt zu werden.

Die durch die Streitmacht der Römer in Angst gesetzten Bewohnervon Capua baten Hannibal um Hülfe. Hannibal, der selbst für Capuabesorgt war, zog aus Arpi in sein früheres Lager auf dem Berge Tifatabei Capua. Darauf bezog er unter Zurücklassung der Numidier und Hi-spanier in diesem Lager, mit den übrigen Truppen ein Lager am Aver-nus-See (h. Lago d'Averno) zwischen Cumä und Puteoli (h. Pozzuoli), inder Absicht, sich dieser letztern Stadt zu bemächtigen. Gleichzeitig be-fahl er dem Hanno aus Bruttium nach Campanien zu ziehen.

Als der Consul Fabius hiervon Kunde erhielt, befahl er seinemSohne, dem Prätor Fabius, in Luceria an die Stelle des Sempronius zurücken, welcher angewiesen wurde, in Beneventum stehen zu bleiben,um den Feind zu beobachten und Hanno aufzuhalten. Der Consul Fabiusselbst blieb in dem Lager bei Nola, um Capua zu bedrängen. In Nolalag eine römische Besatzung.

Als Hannibal am avernischen See ankam, baten ihn einige Jünglingeaus der Aristokratie von Tarentum, sich dieser Stadt zu näherm indemsie versprachen, dass die Einwohner derselben Hannibal einlassen würden.Hannibal ging um so lieber hierauf ein, da er, obgleich bereits im Besitz