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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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98 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

bei aller persönlichen Ueberlegenlieit Hannibal's an kriegerischer Be-gabung und Kunst, die römischen Truppen doch in taktischer Hinsicht,in ihrer Kampfart und moralischen Verfassung höher als die seinigen undwurden ausserdem nicht mehr von solchen Leuten, wie Sempronius, Fla-minius, Varro gewesen, gefuhrt, sondern von mehr oder minder fähigenFeldherren, unter denen Fabius und Marcellus obenan standen.

Demzufolge hatte sich der Charakter des Krieges, wie die Art derKriegführung vollständig geändert. Aus einem offensiven von SeitenHannibal's und defensiven auf Seiten der Körner, wie er bis dahin ge-wesen, hatte er sich auf beiden Seiten in einen offensiv-defensivenverwandelt; dabei spielten Lager in von Natur starken Stellungen, Ma-növriren gegen die Flanken und Verbindungen des Gregners eine Rolle,es herrschte das Bestreben vor, sich der wichtigen und nützlichen odernotwendigen Punkte im Terrain oder der Städte durch Einschliessungoder Belagerung zu bemächtigen, und in den oben bezeichneten Fällenkamen kleinere Gefechte oder grosse allgemeine Schlachten vor, in wel-chen die mit Kunst gepaarte und geleitete Kraft über den Erfolg ent-schied. Dies Alles zusammen giebt der zweiten Hälfte des Krieges einbesonderes militärisches Interesse, mehr noch als der ersten Hälfte desKrieges, gerade auch deshalb, weil die hohe kriegerische BegabungHannibal's hier in noch hellerem Glänze erscheint.

§. 178.

Vierter Feldzug im Jahre 215.

Niederlage des Fostuinius. Eintheilung der römischen Armeen, Ope-rationsplan der Römer. Erfolge der Römer, Missgesehiek Hannibal'sund der Karthager. Zweites Gefecht bei Mola.

Als die Zeit der Aushebungen in Rom herannahte, rief der Senat denDictator Junius, dessen Magister equitum Sempronius Gracchus und denPrätor Marcellus herbei. Auf Junius' Antrag wurden Sempronius Grac-chus und der im cisalpinischen Gallien befindliche Prätor Postumius zuConsuln gewählt. Darnach kehrte Junius, nachdem er Sempronius Grac-chus in Rom zurückgelassen, zu seiner in dem Lager bei Teanum (heuteTeano': nordwestlich von Capua stehenden Armee zurück.

Bald darnach aber ging in Rom die Nachricht ein. dass Postumiusmit seinem 25,000 Mann starken Heere (2 römischenund'2 Bundesgenossen-Legionen' im cisalpinischen Gallien beim Durchzuge durch den LitanaSilva genannten Wald von den Bojern plötzlich überfallen, seine ganzeArmee erschlagen und vernichtet, er selbst aber gefallen sei. Diese Nach-