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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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80 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

besetzt zu halten; durch ihre tapfere Gegenwehr hielt diese Besatzungdie Angreifer bis zum Ende der Schlacht fest. Und jetzt kam Hannibalmit einem Theile seines Heeres ihr zu Hülfe. Die Römer verloren hierbeian 2000 Mann bei dem Angriff auf das Lager, die Uebrigen wurden inihr Lager zurückgeworfen und am folgenden Tage dort zu Gefangenengemacht.

Die Niederlage der 87,000 Mann starken römischen Armee war nochentschiedener und vollständiger als jene der Armee des Flaminius amtrasimenischenSee. Mehr als 40,000Mann vomFussvolk und4000Reiterwaren auf der Wahlstatt geblieben, darunter derConsulAemiliusPaullus,der Proconsul Servilius, die Quästoren Atilius und Bibaculus, der unterFabius Magister equitum gewesene Minucius, eine Menge früherer Con-suln, gewesener Prätoren und Aedilen, 21 Kriegs-Tribunen und 80 Sena-toren, die sich der Armee als Volontaire angeschlossen hatten. Ungefähr300 Reiter der Bundesgenossen und 70 der Römer entkamen mit Varronach Venusia, 2000 zerstreuten sich über die Felder und wurden amfolgenden Tage durch die Numidier zu Gefangenen gemacht, 3360 Mannwurden während der Schlacht gefangen genommen. Vom Fussvolk hattensich 10,000 Mann in das grosse Lager gerettet, 7000 Mann in das kleine,etwa 10 bis 12,000 Mann waren nach allen Seiten versprengt und ver-mochten sich den verfolgenden Karthagern zu entziehen, 3000 Mannwurden gleichfalls gefangen. Miteinem Wort, das mächtige 87,000 Mannstarke römische Heer war mit einem Schlage gleichsam wie von einemDonnerschlage vernichtet, als ob es vorher gar nicht existirt hätte!

Der Verlust der Karthager belief sich auf 4000Hispanier und Gallier,1500 Afrikaner und 200 Reiter, im Ganzen auf 5700 Mann.

Das gerade Gegentheil zu den ausgezeichneten Massregeln, Dispo-sitionen undThatenHannibal's in der Schlacht bei Cannä bilden die zahl-reichen groben Fehler des Varro und seiner Genossen (Aemilius Paullusausgenommen). Die hauptsächlichsten derselben waren: 1) Indem Varropersönlich die Führung des linken Flügels übernahm, wollte er augen-scheinlich mit demselben den entscheidenden Hauptstoss fuhren, thataber Nichts davon, warf die Numidier nicht zurück, sondern blieb un-thätig ihnen gegenüber stehen und entfloh, als ihm der Angriff von Has-drubal drohte, in schimpflichster Weise; 2) er unterstützte und verstärktedie römische rechte Flügel-Cavallerie nicht durch Legionsfussvolk undHess sie dadurch der linken Flügel-Cavallerie Hannibal's unterliegen;3) ganz fehlerhaft war es, dass er sein Legionsfussvolk in Phalanx-form aufstellte, die Tiefe der Manipeln vergrössernd und die Manipeluder Principes in die Intervalle der Manipeln der Hastati und die Velitenin die Intervalle der Manipeln der Triarier ziehend, wodurch er dasLegionsfussvolk seiner praktischen Gliederung, Beweglichkeit und