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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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26. Der zweite puniselie Krieg (218202). 79

schlecht bewaffnet, hielt diesen Stoss zuerst aus, ohne dass die Glieder inVerwirrung geriethen, bald aber ward es gezwungen dem Andrang derKömer zu weichen, und diese bildeten nun ihrerseits in Folge ihreseigenen gewaltigen Vorwärtsdrängens allmälig einen Keil, der sich immerweiter und tiefer in die Aufstellung des karthagischen Fussvolkes ein-trieb, das ebenso allmälig die Form einer Scheere oder Zange annahm.In demselben Augenblick waren auch die Triarier und Veliten auf diePrincipes und Hastati aufgerückt, das hispanische und gallische Fussvolksetzte seine zurückweichende Bewegung aus der Mitte in Abständen nachhinten fort, das afrikanische Fussvolk auf den Flanken dagegen rückte vor.Hierbei wurden die römischen Legionäre nach und nach schräg von denFlanken nach der Mitte zusammengedrängt, während die Letztere vor-wärts gedrängt wurde, wobei die G-lieder schon in Unordnung geriethen.

Hasdrubal war inzwischen nach vollendeter Besiegung der römischenrechten Flanken-Cavallerie mit seiner Beiterei hinter der Linie des römi-schen Fussvolks in den Bücken ihrer linken Flanken-Beiterei gesprengt.Diese Letztere, vorn durch die Numidier, hinten durch Hasdrubal be-droht, wendete sich zur Flucht und zerstreute sich in der Ebene, mitihr entfloh der vorher so kampfesmuthige Varro. Hasdrubal übertrug dieVerfolgung der Fliehenden den Numidiern und eilte seinem Fussvolk zuHülfe. Der Keil des römischen Centrums hatte inzwischen, mit seinerSpitze immer weiter vordringend, mit seinen Seiten sich allmälig derLinie des afrikanischen Fussvolks genähert. Nun verdoppelte Hannibaldie Glieder der zurückweichenden Hispanier und Gallier durch die hinterihnen stehende leichte Infanterie um das Vorgehen des römischen Keilsaufzuhalten, gleichzeitig schwenkte das afrikanische Fussvolk links undrechts ein, griff den römischen Keil von beiden Seiten an und brach indessen Flanken ein. Von der andern Seite attakirte Hasdrubal mit seinenin mehrere Abtheilungen getheilten Beitern das römische Fussvolk imBücken und in den Flanken durch die Zwischenräume zwischen denAbtheilungen des afrikanischen Fussvolks. Die römischen Legionareso fest auf einander gedrängt, dass sie kaum ihre Waffen gebrauchenkonnten, ihre Glieder gänzlich durcheinander gebracht, von allen Seitenangegriffen, vermochten schon nicht mehr dem Feinde regelrechte For-mationen entgegenzustellen und waren gezwungen, Jeder für sich alleinzu fechten. Vergebens bemühte sich Aemilius Paullus die römischenTruppen zu ordnen; in dem Getümmel des wilden Handgemenges ver-zweifelnd kämpfend fand er einen ruhmvollen Heldentod. Die Schlachtverwandelte sich in ein einfaches Hinschlachten der Bömer.

Während dessen hatten die 11,000 indem grossen Lager zurück-gelassenen Bömer das Lager Hannibal's angegriffen. Dieser aberwar so vorsichtig gewesen, sein Lager stark zu befestigen und es stark