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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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60 HL Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

Apulien (Apulia Daunia), wohin sich jetzt gerade auch Hannibal gezo-gen hatte.

Der Letztere war, nachdem er seine Armee sich hatte erholen lassen,durch Umhrien nach Spoletium (heute Spoleto) marschirt. auf das er«inen Angriff machte; er wurde aber abgeschlagen und wandte sich nunnach Picenum, Alles auf dem Wege mit Feuer und Schwert verwüstend.Bei Atri (heute Hadria, nahe der Küste des adriatischen Meeres' im süd-lichen Picenum, einer an Lebensmitteln sehr reichen Gegend gab er sei-nen Truppen abermals längere Ruhe, deren sie nach dem ein Jahr währen-den, fast ununterbrochenen und mühseligen Feldzuge von Neu-Karthagoaus äusserst benöthigt waren. Die Menschen waren von Hautkrankheitenbefallen, einer Art Krätze oder Grind, die Pferde waren abgetrieben undfurchtbar reducirt, die Verwundeten forderten Heilung. Hannibal schaffteüberall thunlichst Hülfe und benutzte die Nähe des Meeres zu einer zumersten Mal erfolgenden Meldung nach Karthago von Allem, was er voll-bracht hatte, wodurch Karthago in die höchste Freude versetzt wurde.Nachdem er hier sein Heer reorganisirt hatte, zog er in das daunischeApulien, wo er, das Gebiet der Einwohner überall am Wege verwüstend,ein Lager in der Gegend von Luceria und Arpi bezog.

Auf den ersten Blick könnte es seltsam scheinen, dass er das cis-alpinische Gallien verliess und nach Apulien ging. Weder Polybius nochTitus Livius erörtern die Gründe hierfür. Aber ohne Zweifel that er, einso grosser Feldherr, dies nicht ohne gewichtige Ursachen. Es ist sehrwahrscheinlich, dass er nach Erregung eines allgemeinen Aufstandes imcisalpinischen Gallien beständig im Sinne hatte, auch alle Völker undStämme von Mittel- und Süd-Italien aufzureizen, demgemäss er dann sohandelte, wie oben gezeigt wurde, und vollkommen damit Glück hatte. Nachdem Siege am trasimenischen See hielt er ohne Zweifel den richtigen undgünstigsten Augenblick noch nicht gekommen, direct nach Rom zu gehen,wo er von vorn und von hinten in die Enge getrieben und gänzlich vonrömischen Heeren eingeschlossen werden konnte; in Etrurien und Um-brien zu verweilen, war unmöglich. Deshalb blieb ihm also nur übrig,um Rom von allen Seiten herumzugehen, die diesem unterworfenenVölker Italiens dagegen aufzuhetzen, Rom dadurch die Mittel zur Ver-theidigung zu entziehen und sich inzwischen dem Meere zu nähern, seineVerbindungen mit Karthago und wo möglich auch nach Griechenland hinzu decken.

Fabius bezog nach seiner Ankunft im daunischen Apulien ein Lager,etwa 6 Meilen (1 l / 5 deutsche Meile = 8 Werst ungefähr von Hannibal'sLager entfernt. Der Letztere zog ihm am folgenden Tage entgegen, umihn zu einer Schlacht im offenen Felde herauszufordern. Aber Fabiusrührte sich nicht aus seinem Lager, und Hannibal. anfänglich hierüber