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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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2(5. Der zweite punische Krieg (218202). 53

über Bononia (heute Bologna) , Mutina (h. Modena) durch unter RomsHerrschaft stehendes Gebiet, der andere über Parma und Apua (h. Pon-tremoli) längs der Meeresküste und am rechten Arnus-Ufer aufwärts,näher und den Römern weniger oder gar nicht bekannt, aber äusserst be-schwerlich wegen der Ueberschwemmungen dieses Flusses, welche weiteSümpfe gebildet hatten. Auf dem ersten dieser Wege, der nach Arretiumführte, konnte in dem bergigen und durchschnittenen Terrain Flaminiusauf jedem Schritte Hannibal durch sein Fussvolk aufhalten, ohne dassHannibal seine Reiterei mit Nutzen zu verwenden vermochte. Ausser-dem wusste Hannibal, dass Servilius bald mit zwei Legionen in Ariminumankommen müsse und dann, ihm folgend, leicht ihm zu derselben Zeitin den Rücken fallen könne, wenn Flaminius ihn von vorn angriff. Des-halb zauderte Hannibal nicht, den zweiten Weg den Flaminius links um-gehend , zu wählen, und wagte dies um so eher, da die Ueberschwem-mungen und die Sümpfe des Arnus den eingegangenen Nachrichten zu-folge festen Untergrund hatten.

§. 168.Hannibal's Zug durch die Sümpfe des Flusses Arnus.

Anfang März brach Hannibal in dieser Richtung auf in folgenderOrdnung! voraus marschirten die hispanischen und afrikanischen Truppenund zwischen ihnen die Bagage, um während des Marsches gleich allesNöthige bei der Hand zu haben; auf sie folgten in der Mitte die gallischenHülfstruppen, als die weniger zuverlässigen, und endlich an der Queuedie gesammte Reiterei, unter dem Befehl, von Hannibal's Bruder Mago,welchem Hannibal auftrug, hinter den Galliern dicht aufzubleiben undsie zum Marsch vorwärts zu zwingen. Die hispanischen und afrikanischenTruppen durchzogen die Inundation ohne grosse Mühe, theils weil sievorn und zuerst hindurch gingen, theils weil sie alte an Kriegsbeschwer-den gewöhnte Krieger waren. Die hinter ihnen folgenden Gallier hattenschon sehr viel grössere Mühe, da der Untergrund von den ersten Truppenund der Bagage schon vielfach durchgetreten war, und erlitten durch Er-müdung und Entbehrungen grosse Verluste. Uebrigens litt die ganzeArmee überhaupt bei diesem 4 Tage und 3 Nächte währenden Zuge durchdas Wasser ausserordentlich. da sie nur selten auf der Bagage oder denCadavern gefallener Thiere ausruhen konnten. Hannibal selbst konnte,auf dem einzigen noch übrig gebliebenen Elephanten sitzend, kaum hin-durch gelangen und büsste ein Auge ein in Folge einer Entzündung, dieer während dieser Zeit nicht hatte gehörig auscuriren können. Endlichwar der Sumpf mit Verlust einer grossen Menge Mannschaften und Pferde