52 IU- Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
warten, sondern ging nach Ariminura ab, ohne die vom Gesetze gefor-derten religiösen Ceremonien auszuführen, indem er dem Sempromus be-fahl, mit der ihm bisher unterstellten Armee, welche durch das Loos demFlaminius zugefallen war, ihn bei Ariminum zu erwarten. Der Senatschickte ihm nach und Hess ihn auffordern, nach Rom zurückzukehren,aber Flaminius gehorchte nicht, sondern ging, nachdem er an seineArmee (die bisher Sempronius commandirt hatte) noch zwei Legionen desAtilius herangezogen hatte (die für den andern Consul Servilius bestimmtwaren) über die Apenninen und rückte in Etrurien ein. Servilius bliebwährend dessen in Rom zurück, um die neu ausgehobenen Truppen zuformiren und auszubilden und um Vorräthe nach Ariminum und Etrurienzu entsenden; erst im März zog er mit zwei frisch eingestellten "Legionennach Ariminum.
Hannibal bemühte sich seinerseits mit allen Mitteln die italischenBundesgenossen Roms auf seine Seite zu bringen. Mit den Gefangenenderselben verfuhr er äusserst gütig und freundlich, erklärte ihnen, dasser die Alpen überschritten und so viele Mühen und Gefahren erduldethabe, nicht um sie zu unterwerfen oder ihr Land und ihre Städte zuverwüsten, sondern im Gegentheil, um sie vom römischen Joche zu be-freien, ihnen ihre Länder, Städte, Freiheiten und Rechte wiederzugeben,,welche die Römer ihnen geraubt hätten, und dass es deshalb ihr eigenerVortheil erheische, sich mit ihm gegen den gemeinschaftlichen Feind zuverbinden, und entliess sie dann ohne Lösegeld in ihre Heimath. Aufdiese Weise neigten sich die Bundesgenossen Roms in Italien schonüberall auf seine Seite und wurden nur noch durch seine weite Ent-fernung und die Nähe der römischen Armeen vom offnen Uebertritt zuihm zurückgehalten. Ebenso bot er Alles auf, um die cisalpinischenGallier auf seiner Seite zu erhalten, welche, unzufrieden damit, dass siedie Lasten des Krieges zu tragen hatten, der in ihrem Lande geführtwurde, ohne irgend welche Vortheile (d. h. Beute und Plünderung) da-von zu gewinnen, bereits zu schwanken begannen und Hannibal nöthigtenschneller vorwärts zu gehen, um den Krieg in das eigentliche Gebiet derRömer weiter zu spielen. Es waren sogar schon Anschläge gegen Hanni-bal's Leben vorgekommen, sodass er ; um der seiner Person drohendenGefahr zu entgehen, zu täglichem Wechsel der Kleidung, Tragen vonPerrücken verschiedener Farbe u. s. w. seine Zuflucht nahm.
Aus diesen und vielen andern Ursachen beschloss er, gleich mit demersten Beginn des Frühjahrs nach Etrurien zu ziehen, wohin, wie erwusste, Flaminius bereits gegangen war, der bei Arretium (dem heutigenArezzo) stand. Nach vorgängig von ihm sorgfältig eingezogenen Nach-richten führten zwei Wege aus Ligurien nach Etrurien; der eine. dieHauptstrasse, bequem und den Römern bekannt, aber ein weiter Umweg,