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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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25. Der zweite punische Krieg (218202). 45

Padus und Trebia wohnten, nicht auf seine Seite treten und die Kömernicht verhindern wollten, aus ihrem Lande sich Vorräthe zu verschaffen,und da er zugleich beabsichtigte, den allzu feurigen und unbesonnenenSempronius zu einer grossen Schlacht zu verleiten, sandte Hannibal2000 Mann zu Fuss und 1000 Reiter aus, das Gebiet der Ananen zu ver-wüsten. Diese baten die Consuln um Hülfe. Scipio, durch Erfahrung-schön gewitzigt, rieth, ihnen nicht zu Hülfe zukommen und Hannibaldurch Zögern und Hinhalten zu ermüden. Aber Sempronius war ganzandrer Meinung und bestand darauf, den Ananen Hülfe zu bringen, undschickte den grössten Theil seiner Reiterei und 1000 Bogenschützengegen die das Land der Ananen verwüstenden und ausplünderndenKarthager. Die Karthager wurden geschlagen, gingen dann aber, nach-dem sie Verstärkung erhalten, siegreich gegen die Römer vor. Nunrückte Sempronius mit seiner ganzen Reiterei und dem leichten Fussvolkaus dem Lager aus und verjagte die Karthager. Indessen rückte Hanni-bal nicht aus seinem Lager vor, unzweifelhaft deshalb, weil er den Un-gestüm und das Selbstvertrauen des Sempronius noch erhöhen wollte,und er hatte sich nicht verrechnet.jj Sempronius, stolz auf den errungenenErfolg, sann nur darauf, möglichst bald der Armee Hannibal's eine all-gemeine Schlacht zu liefern. Vergebens warnte ihn Scipio; Semproniusbeschloss, aus Besorgniss, dass Scipio's Genesung ihm in den Wegkommen möge und weil die Wahl der neuen Consuln nahe bevorstand,die erste günstige Gelegenheit zur Erlangung eines Sieges über Hannibalzu ergreifen.

Der Letztere ersehnte ebenso sehr wie Sempronius eine allgemeineSchlacht, sowohl weil der Tüchtigere der beiden Consuln, Scipio, ver-wundet und der Andere allzu feurig und unvorsichtig war, auch dessenTruppen noch keine Kriegserfahrung hatten, als auch weil er richtig er-kannte, dass für ihn das Allerungünstigste sei, unthätig stehen zubleiben.Er kannte die Eigenschaften beider Consuln und ihrer Heere ebensogut,wie den Leichtsinn und die Unbeständigkeit der Gallier. Als er daherdurch gallische Spione von Allem Kermtniss erhalten hatte, was imrömischen Lager vorging, und das Terrain zwischen beiden Armeen,eine offene Ebene, auf deren rechter Seite ein Bach in tief eingeschnittenemTerrain floss, das mit Dornen und Gestrüpp bewachsen war, genau be-sichtigt hatte, legte er seinen jüngeren Bruder t Mago mit 1000 Mann zuFuss und 1000 Reitern hier, unweit des römischen Lagers, in einen Hinter-halt. Am folgenden Tage schickte er die numidische Reiterei in allerFrühe über die Trebia, um die Römer zu necken, und Hess seine Armeesich zum Kampfe vorbereiten.

Bei der ersten Meldung von dem Vorgehen der Numidier warf Sem-pronius ihnen sogleich seine Cavallerie entgegen, Hess 6000 Mann Fuss-