44 III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zu Augustus (323—30 v. Chr.).
Reiterei hatte folgen lassen; aber diesmal zog er sich kluger Weise nichtallein über den Ticinus, sondern auch über den Padus zurück bis an denAbhang der Berge am rechten Padusufer, über welche Hannibal seinenWeg nach Italien nehmen musste. Als Hannibal von Scipio's RückzugMeldung erhielt, folgte er ihm, konnte aber den Padus nicht mehr auf derBrücke überschreiten, welche Scipio abgefahren hatte. Er zog daher amlinken Padusufer hinauf, ging (nahe bei dem heutigen Cambio) über denFluss auf einer von ihm (Hannibal) geschlagenen Brücke, und schickteMago mit der Reiterei voraus, um Scipio's Armee wieder aufzusuchen;er selbst blieb mit dem Heere im Lager. Dorthin schickten ihm die mitden Römern verbündeten Gallier vom linken Padusufer ihre Gesandtenmit Bundnissanträgen, Truppen und Lebensmitteln.
Scipio nahm nach Ueberschreitung der Trebia (heute Trebbia) eineStellung auf dem rechten Ufer am Fusse hoher Berge (nahe dem heutigenNiviano) in bergigem durchschnittenem Terrain, das für die Thätigkeitder karthagischen Reiterei ungünstig war. Die numidische Reiterei folgteihm bis an die Trebia.
§. 164.
Vereinigung des Sempronius mit Cornelius Scipio. Schlacht an
der Trebia.
Endlich hatte nun der römische Senat inzwischen dem Semproniusden Befehl gesandt, mit seinem Heere zu Scipio zu stossen. Semproniushatte sein Heer auf dem adriatischen Meere nach Ariminum (Rimini)dirigirt, in Sicilien den Prätor Marcus Aemilius mit 50 grossen Schiffenzurückgelassen, denPomponius nach Calabrien gesandt, um die italischenKüsten zu beschützen, und wandte sich selbst mit 10 Schiffen nach Ari-minum, von wo er ungesäumt mit seinem Heere in Geschwindmärschenzur Trebia aufbrach. Hier vereinte er sich mit Scipio's Heer.
Hannibal ging seinerseits auf dem rechten Padus-Ufer hinab undbezog auf dem rechten Ufer eines rechten Nebenflusses des Padus, desTidone, nahe der Trebia eine Stellung. Hier empfing er einen Antragder Ligurier zum Bündniss mit ihm und zur Lieferung von Lebensmittelnfür sein Heer. Trotzdem aber erkannte Hannibal es für unerlässlich.hinter sich in seinem Rücken irgend einen festen und sichern Magazinortzu haben, und wollte deshalb Clastidium (heute Casteggio) belagern undnehmen, wo die Römer grosse Magazine besassen. Er bekam es aberohne Belagerung durch Bestechung des römischen Befehlshabers dieserStadt in seine Gewalt und behandelte die darin gefangenen Römer gross-müthig. Dann, da ersah, dass die ananischen Gallier, welche zwischen