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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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28 III- Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

entschlossen, mit der römischen Armee sich nicht zu schlagen, ehe ernicht Italien erreicht hätte, und deshalb auf jede Weise ihr auszuweichenund von ihr sich zu entfernen, entschloss er sich, die Alpen zuübersehreiten, und die Umstände, ja die Römer selbst kamen ihmdabei zu statten.

Zunächst schickten die Bojer ihm eine Gesandtschaft mit der Mit-theilung, dass die cisalpinischen Gallier gegen die Römer aufgestandenwären und dass diese Letzteren deshalb nicht in der Lage seien, dieeinzige Armee, welche sie im cisalpinischen Gallien hätten (Manlius undAtiliusj gegen ihn in den Alpen zu verwenden. Zugleich baten die Ein-wohner des cisalpinischen Galliens Hannibal, so rasch als möglich inihrem Lande zu erscheinen, das ausgedehnt, reich an allen Naturproduc-ten sei und von Völkern bewohnt werde, welche die Römer hassten, denKarthagern aber wohlgesinnt seien, von welchen sie Hilfe zu erlangenhofften. Durch diese Gesandten erlangte unzweifelhaft Hannibal auchzuverlässige Nachrichten über die Wege und Alpenpässe im cisalpini-schen Gallien und über die dieses Gebiet bewohnenden Stämme. Vondiesem Allen machte Hannibal seinem Heere Mittheilung und feuertesie zu Muth und Ausdauer an in dem Unternehmen und bei dem Ueber-gange über die Alpen im cisalpinischen Gallien, sodass sie vollkommengewillt waren zur Ueberwindung aller Schwierigkeiten und Gefahren.

Dann begünstigten aber auch römischer Seits die Umstände denHannibal insofern, als, ausser der fehlerhaften Eintheilung der römischenStreitkräfte, Manlius durch seine eigene Schuld von den cisalpinischenGalliern geschlagen worden, sodass er durch die Hälfte des Heeres Cor-nelius Scipio's verstärkt werden musste, welcher mit der übrig gebliebe-nen Hälfte nicht im Stande war, mit einiger Aussicht auf Erfolg Hannibalam Rhodanus aufzuhalten oder seinem Zuge zu den Alpen und über die-selben entgegenzutreten. Und obgleich Scipio nach Rückkehr seinerCavallerie sogleich mit allen seinen Truppen zu der Stelle gerückt war.wo seine Reiterei Hannibal's Lager gesehen hatte, so kam er doch erstdrei Tage nach dem Abmarsch Hannibal's nach den Alpen dort an. In derUeberzeugung aber, dass Hannibal zum Uebergange über die Alpen sehrviel Zeit gebrauche, er dagegen, Scipio, bei Weitem rascher in Italienzurück sein werde, um Hannibal dort beim Herabsteigen aus den Alpenin den Weg treten zu können, kehrte er in sein Lager an der Rhodanus-mündung zurück und beschloss, von dort seinen Bruder Cnejus Scipiomit dem grösstenTheil seiner Truppen zur See nachHispanien zu schicken,selbst aber mit dem kleineren Theile zu Schiffe nach Italien zurück-zukehren, ein weiterer und schwerer Fehler von ihm. Dies Alles be-weist, dass Cornelius Scipio ebenso wie der römische Senat, obgleich erdie Schwierigkeit und das Gefahrvolle der Lage Roms in Italien erkannte,