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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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24. Der zweite punische Krieg (218202). 17

Stadtmauer heran, vertrieb die Vertheidiger von derselben, untergrub dieMauern und stürzte einen ansehnlichen Theil derselben um. Nun drangenkarthagische Truppen in die Stadt ein, stiessen jedoch auf neue hinderndeBefestigungen. Aber entschlossen, auf dieser Stelle Stand zu halten,Hess Hannibal sie mit einem Wall umgeben und begann nun mit Wurf-geschütz die Stadt zu zerstören. Die Vertheidiger setzten den erbittertstenWiderstand fort, hinter jedem zerstörten Hinderniss wurde sofort einneues aufgeführt. Die Karthager rückten indessen dennoch vor unddrängten Jene mehr und mehr zur Citadelle hin, von den Kömern er-schien keine Hülfe, und die ermatteten und erschöpften Bewohner vonSagunt litten bereits stark durch Hunger, Krankheit und Sterblichkeit.Sagunt war dem Fall schon nahe, als ein Aufstand der Oretaner und Car-petaner (im heutigen Castilien) Hannibal nöthigte, mit einem Theileseines Heeres gegen diese zu ziehen, um sie zur Ruhe zu bringen; Ma-harbal, Sohn des Himilko, blieb mit dem übrigen Theil des Heeres zurFortsetzung der Belagerung vor Sagunt liegen. Als nach Bewältigungdes Aufstandes in kurzer Zeit Hannibal nach Sagunt zurückkehrte, fander, dass die Belagerer eine neue Bresche in die Mauer gelegt hatten,führte sogleich einen allgemeinen Sturm aus und warf die Belagerten indie Burg. Einer der Belagerten kam aus der Citadelle zu Hannibal underbot sich freiwillig, sie zur Capitulation zu bewegen, konnte aber sichnicht entschliessen, die harten Bedingungen Hannibal's anzunehmen. Nunordnete Hannibal einen erneuten allgemeinen Sturm auf die Citadelle anund bemächtigte sich derselben trotz des heftigsten Widerstandes der Be-lagerten, welche sich unter keinen Umständen ergeben wollten und alleBedingungen Hannibal's verwarfen. Da sie kein Mittel zu ihrer Rettungsahen, so trugen die Vornehmsten von ihnen den gesammten öffentlichenSchatz und alle ihre Kostbarkeiten auf einen Scheiterhaufen zusammenund stürzten sich mit denselben in die Flammen. Gleichzeitig stürzteein lange schon eingestossener grosser Thurm zusammen und die kartha-gischen Truppen drangen in die dadurch entstandene Bresche ein, in derWuth und Erbitterung überall Tod und Verderben verbreitend. Die Ein-wohner schlössen sich in ihre Häuser ein, zündeten sie an und kamen inden Flammen um, und nach achtmonatlicher Belagerung wurde Sa-gunt eingenommen, den Flammen übergeben und von Grund aus zerstört.Belagerung wie Vertheidigung gereichen Hannibal und seinen Trup-pen , wie den Belagerten zu hoher Ehre, keineswegs aber den Römern,welche, nachdem sie Sagunt ebenso wie einst die Mamertiner und vieleAndere unter ihren Schutz genommen hatten, kein Heer zur Hülfe hin-sendeten und dadurch Schuld wurden an dem grausamen Schicksal dieserStadt, sich selbst aber dauernd mit Schimpf bedeckten. Ausserdem hatteaber der Fall von Sagunt für sie noch eine hohe Bedeutung, da er der

Ga.Iitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. I, 3. 2