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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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18 III. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustus (32330 v. Chr.).

ausdrückliche Anlass zum Bruch mit Karthago und zum Beginn deszweiten punischen Krieges wurde. der ihnen so grosse Verlegenheitenbereitete.

§. 157.Kriegserklärung und beiderseitige Rüstungen zum Kriege.

Nach dem Sinne des Vertrages zwischen Rom und Hasdrubal warmit der Belagerung, Einnahme und Zerstörung von Sagunt durch Hanni-bal bereits der Frieden zwischen Bora und Karthago offenbar gebrochen.Es wurde schon oben bemerkt, dass Hannibal dies heimlich auch beab-sichtigt hatte, und dass er folglich der erste und eigentliche Urheber desKrieges war. Ihn aber deshalb anzuklagen, ist aus den bereits hinläng-lich entwickelten Gründen unmöglich. Von seinem Gesichtspunkte auswar er vollkommen im Rechte. Aber eine formelle Kriegserklärung er-folgte nicht von seiner Seite. Erst als die Nachricht von der Einnahmeund Zerstörung Sagunts nach Rom gelangte, da erst hörte der römischeSenat auf, über die Möglichkeit des Krieges zu berathen, und sandte nun,da er den Krieg als unvermeidlich erkannte, zur Erfüllung der üblichenFormalitäten eine Gesandschaft von fünf vornehmen Römern an den kar-thagischen Senat, mit der Frage, ob Hannibal mit oder ohne Karthago'sEinwilligung Sagunt zerstört habe, um im ersteren Falle den Krieg zu er-klären, im andern aber dieAuslieferung Hannibal's zu verlangen. Im kar-thagischen Senat kam es bei diesem Anlass zu hitzigen Debatten : Hannound seine Partei unterstützten begreiflicher Weise die Forderung der rö-mischen Gesandten und warnten vor unrechtmässig begonnenem Kriege:aber die weit mächtigere Barcinische Partei, auf die Gefühle und An-schauungen der Mehrheit der Nation sich stützend, erklärte sich entschie-den für den Krieg. Den römischen Gesandten wurde dies zwar nichtrund heraus gesagt, aber man gab ihnen eben so ausweichende Ant-worten, wie der ersten Gesandtschaft. Nun erklärte einer der Gesandten,der bei dieser fortgesetzten Unentschiedenheit die Geduld verlor. QuintusFabius Verrucosus *), dem karthagischen Senate (nach Polybius' Angabe),dass er ihm unter seiner Toga zwei Loose gebracht habe: Krieg oderFrieden, sie sollten wählen, welches von beiden sie haben wollten.»Welches dir gefällig sein wird«, antwortete einstimmig der Senat.Fabius erwiderte, dass er den Krieg geben wolle, und der ganze Senatrief einstimmig: »W i r n e h m e n ihn an!« »Also Krieg!« wiederholte

*j Verrucosus, der Warzenreiehe, kommt als Beiname nur dieses einen Kölners,des später berühmten Quintus Fabius Cunctator, vor. Anmerkung des Uebersetzers.