23. Kriege derRömer zwischen dem l.und 2. punisohen Kriege (240—218). 195
Beute beladen, wichen dem Kampfe aus und wandten sich längs der Küstedes tyrrhenischen (ligurischen) Meeres nach ihrer Heimat zurück, um sichdort ihrer Beute zu entledigen. Aemilius Papus und der Prätor verein-ten sich und folgten ihnen. Während dessen war Cajus Atilius zur Seevon Sardinien herbeigekommen, in Pisa gelandet, und rückte den Galliernentgegen, denen er bei dem Orte (und Vorgebirge) Telamon den Wegverlegte. So befanden sich also die 70,000 Gallier zwischen den Armeendes Aemilius Papus (über 80,000 Mann) und des Cajus Atilius (über37.000 Mann).
Die Gallier entschlossen sich, muthig und standhaft zu kämpfen,und nahmen zwischen dem Meere und den Bergen eine Aufstellung, —ihrFussvolk, wie gewöhnlich, in grossen eng zusammengestellten Massen inzwei Linien, die mit dem Rücken gegen einander gekehrt standen undalso Front nach vorn und nach hinten hatten (dem Aemilius standen dieGäsaten und Insubrer, dem Atilius die Bojer und Taurisker gegenüber).Ihre Cavallerie vertheilten sie in der gleichen Weise auf die Flanken,indem sie nach den Seiten hin sie durch Kriegsstreitwagen deckten; dengesammten Tross nebst der Beute schickten sie auf eine Anhöhe im Ostennahe ihrer Flanke und gaben demselben eine starke Schutzwache. Siehatten durch diese Aufstellung zwar sich gegen den Angriff von vorn undhinten gesichert, andrerseits aber auch sich jeder Möglichkeit eines Rück-zugs beraubt und mussten siegen oder ohne Hoffnung auf Rettung bisauf den letzten Mann untergehen.
Inzwischen hatte Atilius, indem er den Galliern gegenüber seineArmee in Schlachtordnung formirte, in der linken oder westlichen Flankeder Gallier, nahe dem Meere, vor seinem rechten Flügel eine Anhöhebesetzt, von wo aus er auf der andren Seite, jenseits der Gallier dieArmee des Aemilius Papus erblickte. Die Gallier erkannten die Not-wendigkeit, die Römer von dieser Anhöhe zu vertreiben, und warfen sichzu wiederholten Malen mit Ungestüm auf die sie besetzt haltenden Rö-mer, wurden aber jedes Mal abgewiesen. Hierdurch wurde dem Aemi-lius Papus erst offenbar, dass Atilius sich jenseits der Gallier befände,und dies feuerte die Heere beider Consuln aufs Beste an und erhöhteihren Muth und ihre Siegeshoffnung.
Aemilius hatte, als er den Kampf sah, der um die Höhe vor seinerlinken Flanke entbrannt war, sogleich seine Reiterei dorthin gesandt,um die Gallier in der Flanke anzugreifen. Es entspann sich einheftiges Gefecht, in welchem Atilius den Tod fand. Die Legionendes Aemilius waren während dessen vorwärts gegangen; beim Heran-nahen an die Linie der Gallier wurden sie aber betroffen über den hohenWuchs und das wilde Aussehen der Gallier (die Gäsaten und ein grosserTheil der übrigen Gallier waren vollkommen nackt, aber mit goldenen
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