196 III- Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zum zweiten punisehen Kriege.
Arm- und Halsbändern etc. geschmückt). Dazu kam der Ton der Trom-peten , das Getöse der Waffen, das laute Geschrei und der Gesang derGallier, was, von dem Echo der Berge zurückgeworfen, den römischenTruppen einen unwillkürlichen Schrecken verursachte. Die Veliteneröffneten indessen die Schlacht und fügten den nackten Gäsaten grossenSchaden zu, so dass diese in Verwirrung geriethen und sich auf ihreHauptschlachtlinie zurückzogen, welche dadurch auch in Unordnungkam, grade als die Legionen zum Angriff übergingen und das Corps derrechten Flanke des Aemilius sich gegen den Tross der Gallier wandte.Die Insubrer, Bojer und Taurisker leisteten ungeachtet ihrer schlechtenBewaffnung tapferen und hartnäckigen Widerstand. Als aber die römischelleiterei auf den Flügeln die gallische geworfen hatte und sich nun gegendie Flanke der feindlichen Infanterie wandte, konnte diese Letztere denvereinten, von allen Seiten erfolgenden Choc der überlegenen Kräfte desrömischen Heeres nicht aushalten, wurde von ihnen eingeschlossen undfast gänzlich niedergemacht. 40,000 Gallier fanden den Tod, 10,000wurden gefangen genommen, darunter der Führer Konkolitan. Derandere Anführer oder König, Aneroest, hatte sich mit wenigen Leib-wächtern auf einen Berg gerettet, legte dort aber Hand an sich selber.Die Römer hatten einen vollständigen Sieg errungen und kamen in denBesitz ausserordentlich reicher Beute. Nun zogen sie durch Ligurienzurück in das Land der Bojer, plünderten und verheerten es und kehrtennach Rom zurück, wo dem Aemilius der Triumph zuerkannt wurde.
Im J. 223 fasste Rom den Entschluss, um jeden Preis die cisalpini-schen Gallier zu bezwingen, Cäcilius Metellus wurde zum Dictator er-nannt und grosse Rüstungen vorgenommen.
Im J. 222 schlugen die Consuln Flaminius und Furius die Bojer.welche sich nun Rom unterwarfen. Dann gingen beide Consuln, zumersten Male, über den Padus (Po) , da wo die Addua in denselben mün-dete, erlitten aber beim Uebergange durch die jenseits des Stromes woh-nenden Insubrer solche Verluste, dass sie sich genöthigt sahen, mit ihneneinen Waffenstillstand zu schliessen und ihr Gebiet zu räumen. Nunzogen sie in das Gebiet der mit den Galliern verbündeten Cenomanen,brachen von dort her, also von der andern Seite . in das Land der In-subrer ein und verheerten es nun mit Feuer und Schwert. Die Insubrerbezogen in einer Stärke von 50,000 Mann den Römern gegenüber einLager; schon waren die Consuln zum Angriif auf dasselbe bereit, alssie den Befehl erhielten, sich mit den Galliern in kein Gefecht einzu-lassen. Flaminius, der seit der Zeit, da er 232 sein Gesetz in Vorschlaggebracht hatte, vom Senate gehasst wurde, beschloss, im Einverständnissmit Furius, den Kampf zu beginnen und erst nach der Schlacht denBrief des Senates zu öffnen, von dessen Inhalt er vorläufig Kenntniss