1 80 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zum zweiten punischen Kriege.
folgenden Tage wurde früh Morgens im karthagischen HeereKriegsrath ge-halten ; die Truppen aber wurden ungeduldig ob der langen Berathungenund forderten in den Kampf gefuhrt zu werden. Xanthippus verabsäumtenicht, als geschickter Mann und Feldherr, diesen Eifer der Truppen zuverwerthen, vermochte die übrigen Befehlshaber zu sofortiger Eröffnungdes Kampfes und stellte augenblicklich sein Heer in Schlachtordnung.Das karthagische schwere Fussvolk, 8—9000 Mann stark, wurde in dieMitte in einer Linie aufgestellt (die Phalanx zu IG Mann tief und folglich500— f>G2 Rotten neben einander formirt) und bildete eine lacedämonischeMora, die in vier Lochen getheilt war, welche in Pentekostien und Eno-motien zerfielen. Das übrige Fussvolk, 3—4000 Mann fremder Söldner-truppen, war zumTheil schweres, zum grössten Theil aber leichtes. DasErstere stellte Xanthippus in die rechte Flanke der Phalanx. Vor dieLinie der gesammten schweren Infanterie, aber weiter ab als gewöhnlich,hatte Xanthippus alle 100 Elephanten in einer Linie aufgestellt, alle mög-lichst dicht an einander gerückt, damit ihre Linie nicht über diedesFuss-volks hinausragte. Die Reiterei, auf die er hauptsächlich seine Hoffnungsetzte, wurde auf beiden Flanken der Linie der Elephanten formirt. Dasfremde leichte Fussvolk endlich vertheilte er gleichmässig auf den Flan-ken und stellte es hinter die Reiterei. Dieser letzteren wurde dabeiaufgegeben, die Bewegungen der römischen Veliten zu verfolgen , dierömische Cavallerie zu attakiren und zu werfen und dann sogleich, ohnesich auf weitere Verfolgung einzulassen, die römischen Legionen in bei-den Flanken anzugreifen.
Des Regulus Armee bestand aus 2 römischen und 2 verbündetenLegionen, im Ganzen etwa 16,000 Mann Fussvolk. Alle seine Velitenstellte Regulus in eine Linie ganz vorn, hinter ihnen das gesammte Le-gionsfussvolk in drei Linien, aber nicht in Schachbrett-Form, sondernin verdoppelten Manipeln, je zwei und zwei hinter einander, gleichsamin Colonnen und mit doppelten Intervallen (d. h. die Intervalle doppelt sogross als die Front der Manipel) ; er that dies, um seiner Armee diegleiche Front-Ausdehnung mit der des Feindes und grössere als die beiden Römern sonst übliche Tiefe zu geben, kurz — um seine Aufstellungder des feindlichen Heeres möglichst entsprechend zu gestalten. DieReiterei, deren er nur wenig besass, stellte er auf beide Flanken. Polybiussagt, dass die Aufstellung des Regulus zwar gegen die Elephanten gutwar, aber gegen die überlegene Zahl und Vorzüglichkeit der Reiterei desXanthippus Nichts taugte , und es scheint in der That ersichtlich, dassRegulus weder die Folgen einer Action der feindlichen Cavallerie in derEbene, noch die geschickten Massregeln des Xanthippus voraussah. DieserLetztere dagegen hatte gleich von vorn herein nicht au dem Siege seiner