22. Der erste punisohe Krieg von 264—241. 181
Cavallerie über die tiefen Phalangen der römischen Legionen ge-zweifelt.
Gegen die Gewohnheit der Kömer begannen nicht sie, sondernXanthippus den Kampf, indem er mit der ganzen Linie seiner Elephan-ten und Reiter vorrückte. Die römischen-Veliten zogen sich rasch durchdie Intervalle zwischen den Colonnen des römischen Legionsfussvolkszurück und diese letzteren gingen vor. Indessen waren die Elephantenin der Mitte rascher vorwärts gegangen, als die der rechten Flanke,welche, nach der Mitte hin drängend, die Front des fremdländischenschweren Fussvolks in der rechten Flanke der Phalanx frei machten.Die drei letzten Colonnen des linken römischen Flügels gingen zwi-schen diesen Elephanten und der karthagischen Reiterei durch, warfensich auf das fremde schwere Fussvolk und brachten es in Verwirrung.Die Elephanten ihrerseits brachten während dessen die vorrückendenColonnen der römischen Manipeln in Unordnung; mit Mühe gelang esdiesen während der Bewegung die Ordnung wieder herzustellen bis zu demAugenblick , wo sie Halt machen mussten , um die karthagische Reitereiabzuweisen, welche, nachdem sie die römische Cavallerie im raschenChoc geworfen hatte, nun das römische Fussvolk in beiden Flankenattakirte. Trotz aller dieser Uebelstände war das römische Legions-fussvolk, das sich endlich von den Elephanten freigemacht hatte, tapferund rasch im Vorrücken geblieben. Aber durch die rasche Bewegungwaren seine Rotten und Glieder etwas gelockert, und da die karthagischeReiterei und das leichte Fussvolk die Römer in beiden Flanken hart be-drängten und beunruhigten, so kamen nur dieTeten-Colonnen des römi-schen Centrums zum Zusammenstoss mit der Phalanx. Diejenigen Legio-nare, welche die Phalanx mit Gewalt zu durchbrechen suchten, fielen alleim Kampfe gegen sie, die karthagische Reiterei aber umfasste die römi-schen Flanken-Colonnen vollständig, und Regulus selbst gerieth mit 500Römern in Gefangenschaft. Die römische Armee wurde aufs Haupt ge-schlagen, und nur die drei linken Flanken-Colonnen, welche das fremd-ländische schwere Fussvolk der rechtenFlanke der karthagischen Phalanxzurückgeworfen hatten, vermochten, etwa 2000 Mann stark, sich nachClupea zu retten, wo sie sich einschlössen.
So hatten, Dank den geschickten Anordnungen des Xanthippus, dieKarthager einen vollständigen Sieg davongetragen, die Römer aber inFolge der Massregeln des Regulus eine schwere Niederlage erlitten,welcher vorausgesetzt und gehofft hatte, dass die von ihm angewendeteFormation der römischen Armee am besten zu einer erfolgreichen Actiongegen des Xanthippus Schlachtordnung geeignet sei, sich aber bittergetäuscht sah, da er weder die Bewaffnung, Aufstellung und Kampfartder römischen Legionen, noch die Verwendung der Elephanten und ihre