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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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21. Kriege der Römer von 343 bis 264. 169

niedermachten. Mit dem Kriege gegen Tarent und Pyrrhus beschäftigt,hatte der Senat die Bestrafung dieser Missethäter auf gelegenere Zeitverschoben. Sowie aber dieser Krieg beendet war, wardGenucius gegenRhegium geschickt und nahm die Stadt mit stürmender Hand nach ver-zweifelter Gegenwehr. 4000 Samniten und Campaner fielen im Kampfe,300 geriethen in Gefangenschaft, wurden nach Born geführt und öffent-lich enthauptet, die vertriebenen Einwohner wurden nach Rhegium zu-rückgerufen und erhielten alle ihnen geraubte Habe zurück.

Tarent musste zur Strafe seine Mauern niederreissen, seine Flotteund die in der Stadt befindlichen Kunstwerke ausliefern. Ein grosserTheil der griechischen Städte Süd-Italiens wurde, obgleich ihre Gesetzeund Vorschriften ihnen belassen blieben, verpflichtet, die volljährigenBürger in die römische Armee einzustellen und die Römer in ihren Krie-gen zu unterstützen, ohne davon für sich selbst Nutzen oder Ehre zu ge-winnen. Mit der Einnahme von Rhegium vollendete Rom endlich dieUnterwerfung ganz Italiens und stand nun Angesichts der Küsten vonSicilien, wo Karthago herrschte, also dem Letzteren Auge in Auge gegen-über , nur durch eine schmale Meerenge noch von ihm getrennt.

§..139.

Schluss.

So hatte denn Rom in schweren und blutigen Kämpfen von 343 bis272 (72 Jahre lang) gegen Samniten, Latiner, Campaner, Etrusker,Umbrer,Gallier, Völker und Städte Süd - Italiens, Tarent und Pyrrhus vermögeseiner geschickten Politik und seiner vorzüglichen militärischen Organi-sation, durch den Muth und die Tapferkeit seiner Krieger und durch dieKunst seiner Heerführer über alle seine Feinde triumphirt, über die einge-bornen italischen, wie über die mit Pyrrhus herbeigekommenen griechi-schen , und hatte, indem es sie überwand, zugleich Italien von einemEnde bis zum andern unterworfen und sich in demselben eine feste unddauerhafte Basis für die zukünftigen entscheidenden Offensiv-Operationenausserhalb Italiens und nach allen Seiten hin geschaffen.

Wenn man diese zweite, 72 jährige Periode der römischen Kriegeüberblickt, welche nach der ersten, 44 Jahre währenden, die z w e i t eStufe in der Entfaltung der römischen Kriegskunst überhaupt, und derverschiedenen Zweige derselben: der Kriegspolitik, Strategie, Taktik,Lagerkunst, Fortification, Belagerungskunst, Militär-Verwaltung u. s. w.bildet, so muss man die Richtigkeit des früher hierüber Gesagten (§. 129)anerkennen.

Der Hauptgrund der Kriege in dieser Periode war die schlaue, aber