21. Kriege der Römer von 343bis264. 167
sein könne. Zum Glück für Pyrrhus erschienen zu eben dieser Zeit Ge-sandte der sicilischen Griechen bei ihm, mit der Bitte, er möge nachSicilien kommen, die Unordnungen dort schlichten und die Karthagervertreiben. Von einer anderen Seite her erhielt er die Nachricht, dassder König von Macedonien, Ptolemäus Ceraunus, in einer Schlacht gegendie Gallier gefallen, sein Heer zerstreut sei, und es zeigte sich ihmsomit eine gute Gelegenheit, Macedonien für sich zu erobern.
Mit Freuden ging Pyrrhus also auf den Vorschlag der Sicilier ein,als auf das einfachste Mittel, aus seiner schwierigen und schimpflichenLage in Italien herauszukommen. Unter Zurücklassung einer ziemlichstarken Garnison in Tarent und, wie es scheint, ohne irgend welchenVertrag mit den Römern abzuschliessen, schiifte er sich mit 30,000 MannFussvolk, 2500 Mann Reiterei und den Elephanten auf seiner Flotte ein,überliess seine Verbündeten in Italien ihrem Schicksal und wandte sich nachSicilien, wo seineKriegsthaten bereits beschrieben worden sind (s. S. 72).
Nach seiner Entfernung aus Italien wandten sich die ConsulnFabri-cius und Aemilius im J. 278 gegen die Etrusker, Lucaner, Bruttier undSamniten und erlangten einige Erfolge über sie.
Im J. 277 setzten die Consuln Cornelius Rufinus und Junius Brutusden Krieg gegen die Samniten fort; als sie aber einst dieselben auf derFlucht zu hitzig und ohne die nöthige Vorsicht verfolgten, erlitten sieeinen grossen, schimpflichen Verlust, gaben sich gegenseitig die Schuld,und trennten sich dann, um einzeln zu operiren. Brutus blieb in Sam-nium, Rufinus verwüstete das lucanische und bruttische Gebiet und be-lagerte die Stadt Kroton. Anfangs ward er durch die Einwohner dieserStadt zurückgeschlagen, welche von den Tarentinern unterstützt wurden,endlich aber bemächtigte er sich dieser reichen Stadt durch eine Kriegs-list und rieb die tarentinischen Hülfstruppen bei ihrem Rückmarsch nachTarent fast gänzlich auf, worauf auch die Stadt Lokri sich ihm freiwilligergab.
Im J. 276 setzten die Römer den Krieg gegen alle Völker Süd-Italiens , welche mit Pyrrhus im Bunde gestanden hatten, mit vollemNachdruck fort. Diese schickten deshalb wieder zu ihm nach Sicilienund Hessen ihn um schnellste Hülfe bitten. Da er in Sicilien nichtsRechtes erreicht hatte, so kehrte Pyrrhus nochmals nach Tarent zurückmit nur 10,000 Mann Fussvolk, 3000 Reitern und den Elephanten, dennin den Gefechten mit Karthagern und Mamertinern auf Sicilien und ineinem heftigen Seesturme hatte er einen grossen Theil seiner Truppenverloren.
Im J. 275 wurde ihm der Consul Curius Dentatus entgegen gesandt,der andere Consul, Cornelius Lentulus, rückte in Lucanien ein.
Bei Beneventum kam es zur Schlacht zwischen Pyrrhus und Curius