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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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2]. Kriege der Römer von 343 bis 264. 1 65

denElephanten zuschrieben. Plutarch aber führt einen Ausruf des Fabri-cius an (der nach der Schlacht zumPyrrhus gesandt wurde, s. unten), wo-nach man dem Lävinus die Schuld beimessen muss. Das Eine wie dasAndere kann richtig sein; am leichtesten erklärt sich die Niederlage derEömer indessen wohl daraus, dass sie die griechische Taktik noch nichtkannten, niemals Elephanten gesehen hatten, namentlich nicht imKampfe, und wenig Eeiterei besassen, welche zudem schlechter war,als die griechische. Dem sei aber wie ihm wolle, die Römer waren aufsHaupt geschlagen, und Pyrrhus hatte einen vollständigen Sieg davon-getragen, der ihn in Italien so in Ansehen setzte, dass Alle, die von Eomabfallen wollten, sich um ihn zu schaaren begannen.

Der geschlagene Lävinus zog sich nach Apulien zurück, wohin ihmzwei neue Legionen geschickt worden waren. Pyrrhus aber, kühn undunternehmend, beschloss in Eilmärschen auf fiom zu rücken, ein Ent-schluss, den man durchaus anerkennen muss. Nachdem er mit den Lu-canern, Samniten und den übrigen Stämmen Süd - und Mittel - ItaliensBündnisse geschlossen hatte, zog er nach Campanien, nahm Fregelläund belagerte bereits Präneste (50 Werst = 78 Meilen von Eom).Aber der andere Consul Coruncanius zog, nachdem er in Etrurien Euhegeschafft hatte, dem Pyrrhus entgegen, und nun ging Pyrrhus, der dierömischen Waffen schon bei Heraklea kennen gelernt hätte, nach Cam-panien zurück, da er kluger Weise sich nicht zwischen zwei römischenArmeen befinden mochte. Da er erfuhr, dass Lävinus Verstärkungenerhalten habe, so verliess er auch Campanien und ging nach Tarentzurück. Indessen machte sich Geldmangel bei ihm fühlbar, und er ent-schloss sich in Unterhandlungen mit Eom einzutreten. Grade zur selbenZeit schickte der römische Senat den Fabricius mit einer Gesandtschaftzu ihm, um über die Auswechslung der Gefangenen zu verhandeln.Pyrrhus kannte die Eömer so wenig, dass er den Fabricius bestechenund nach griechischer Gewohnheit die gefangenen Eömer zum Eintrittin sein Heer bewegen wollte. Als ihm aber weder das Eine, noch dasAndere gelang, versuchte er ein anderes Mittel: er hoffte, den römischenSenat durch Grossmuth für sich zu gewinnen, gab 200 römische Ge-fangene frei und erlaubte den übrigen zur Feier der Saturnalien nachEom zurückzukehren, unter der Bedingung, dass sie sich wieder inTarent einfinden sollten, wenn nicht während der Festtage der Friedezum Abschluss gebracht sei, und erklärte, dass ihm hierfür die Bürg-schaft des Fabricius genüge. Und zu Anfang des folgenden J. 279schickte er den Thessalier Cineas, einen geschickten Politiker und ge-wandten Eedner, als Gesandten nach Eom. Cineas redete vor dem römi-schen Senate so eindringlich und überzeugend, dass der Letztere sichersichtlich bereits dem Frieden zuneigte. Da trat der hochbetagte halb-