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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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] 64 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zum zweiten punischen Kriege.

in den Meerbusen von Tarent (der heutigen Stadt Policoro), stiessen zumersten Mal römische und griechische Heere, die römische Legion unddie griechische Phalanx auf einander und kam es zum Kampfe zwischenihnen (280). Als er das römische Lager erblickte und die darin herr-schende aussergewöhnliche Ordnung und das frische Aussehen derKrieger bemerkte, konnte Pyrrhus sein Erstaunen nicht verbergen undhegte Besorgniss, sich mit denen zu schlagen, welche er bis dahin fürBarbaren gehalten hatte. Kaum hatten diese Barbaren den Anmarschdes Feindes bemerkt, so rückten sie aus ihrem Lager, überschritten denSiris, griffen die Vortruppen des epirotischen Heeres an und warfen sieauf die Hauptmacht zurück. Pyrrhus jagte mit einein Corps auserlesenerReiterei herbei und stellte das Gefecht wieder her. Um ihn her entstandein hitziges Handgemenge, Pyrrhus vertauschte seinen Harnisch gegenden eines neben ihm Stehenden, welcher gleich darnach fiel, und nunverbreitete sich in beiden Heeren das Gerücht, dass Pyrrhus selbst ge-fallen sei. In seiner Armee ward Alles voll Angst und Schreck, dieKömer feuerte es aufs Neue an, und schon begann der Sieg sich aufihre Seite zu neigen. Aber die Erscheinung des Pyrrhus, welcher mitabgenommenem Helm die Linien seines Heeres entlang ritt, flösste dem-selben neuen Muth ein, und es verdoppelte seine Anstrengungen. Sieben-mal brachten die Legionen die Phalanx zum Weichen, und eben so oftdrängte sie die Legionen zurück. Endlich liess Pyrrhus seine Elephantenvorrücken und entschied dadurch die Schlacht. Die unerwartete Er-scheinung der Elephanten, welche die Römer noch nie gesehen hatten,deren dräuendes Aussehen und furchtbare Stärke, und der Hagel vonGeschossen aus den von ihnen getragenen Thunnen erzeugten einenpanischen Schrecken, zunächst in der römischen Cavallerie, dann auchbeim Fussvolk. Die Pferde scheuten vor den Elephanten, warfen sichzurück, brachen in das Fussvolk ein und brachten es in Unordnung.Diesen Moment benutzte die thessalische Reiterei und warf sich mit Un-gestüm auf die Legionen. Lange und heftig setzten sich diese zur Wehre,aber sie erlitten eine totale Niederlage: 15,000 römische Krieger be-deckten das Schlachtfeld, 2000 wurden gefangen. Aber auch Pyrrhus,selber verwundet, hatte einen Verlust erlitten, der ihm die Worte ent-lockte : »Noch einen solchen Sieg und ich bin verloren!«

Das war im Wesentlichen der Verlauf dieser ersten Schlacht zwi-schen Römern und Griechen, so weit man darüber fast allein aus Plutarch'sBiographie des Pyrrhus urtheilen kann. Plutarch hat dabei aber mehrdie Person als die Sache im Auge; des Titus Livius Bücher über dieseZeitperiode sind leider verloren gegangen. Aus der Inhaltsangabe des-jenigen Buches, in welchem die Schlacht am Siris oder bei Herakleabeschrieben, ist ersichtlich, dass die Römer ihre Niederlage lediglich