152 III- Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zum zweiten punischen Kriege.
entfernt die nöthige Festigkeit und Kraft, um auch nur mit der geringstenAussicht auf Erfolg sich in einen Kampf mit Rom einlassen zn können,das auf so festen und dauerhaften Grundlagen gegründet stand. Des-halb war der Krieg mit den Etruskern und Umbrern, der zwölf Jahrewährte, auch nur eine Reihe von bedeutenden Niederlagen der Etruskerund Umbrer, und endigte mit der Auflösung des etruskischen Bundesund der Unterwerfung Etruriens wie Umbriens durch die Römer.
Der Krieg ward durch die Etrusker im J. 311 mit der Belagerungder den Römern verbündeten Stadt Sutrium eröffnet. Der dorthin ent-sandte Consul Aemilius hatte einen heftigen, langen und blutigen Kampfmit ihnen zu bestehen, in welchem beide Seiten mit der äussersten Er-bitterung fochten und grosseVerluste erlitten, besonders aber die Etrusker.deren ganze erste Linie auf dem Schlachtfelde lag.
Im J. 310 belagerten die Etrusker Sutrium aufs Neue, und wiederkam die Armee des römischen Consuls Fabius der Stadt zu Hülfe. DieEtrusker rückten ihm entgegen, wurden geschlagen und retteten sichin das ciminisc he Gebirge, welches mit so dichtem undurchdring-lichem Walde bedeckt war, dass Titus Livius es mit den zu seinen Leb-zeiten berühmten hercynischen Wäldern (Deutschland) vergleicht.Vor diesem Waldgebirge machte Fabius Halt und sandte Kundschafteraus, welche bis zu den camertischen Umbrern vordrangen und mit diesenein Bündniss abschlössen. Nun zog Fabius auf einem Wege, den bishernoch nie ein Heer betreten hatte, durch den ciminischen Wald bis in dasumbrische Land, zwang die Umbrer ihre Truppen zu den seinigenstossen zu lassen, durchzog das fruchtbare blühende Etrurien nach allenRichtungen sengend und brennend, machte einige ihm sich entgegenstellende kleinere etruskische Truppen-Abtheilungen nieder und kehrtedann in sein Lager zurück.
In Folge dessen erliessen die Etrusker und benachbarten Stämmeein allgemeines Aufgebot, brachten ein zahlreiches Heer bei Sutriumzusammen und griffen Fabius an, wurden aber zurückgeschlagen undam folgenden Tage in ihrem eigenen Lager angegriffen, zum Theilniedergemacht, zum Theil gefangen, wobei die Römer im Lager reicheBeute gewannen. Nach dieser Niederlage baten Gesandte der etruski-schen Städte um Frieden und Bündniss, es wurde ihnen aber nur eindreissigtägiger Waffenstillstand bewilligt.
Zu Anfang des J. 309 schlug der Dictator Papirius Cursor in einemkleinen Gefechte die Umbrer, dann aber in einer blutigen Entscheidungs-schlacht am vadimonischen See die Etrusker total; sie verloren an60,000 (?) Mann Todte und Gefangene, ihr Lager wurde genommen undreiche Beute darin gewonnen. Als Papirius sich dann gegen die Sam-niten gewandt hatte, brachte der in Etrurien verbliebene Proconsul