21. Kriege der Römer von 343 bis 264. 151
Soldaten ein Unterkleid (Leibrock) liefern. Darnach kehrte Marciusnach Rom zurück und wurde mit dem Triumph belohnt, — Publius Cor-nelius blieb in Samnium.
Im J. 305 wurden die Consuln L. Postumius und Tib. Minuciusgegen die Samniten geschickt, die in Campanien eingefallen waren.Postumius schlug sie bei der Stadt Tifernum und vereinte sich mit Minu-cius bei Bovianum, wo beide Consuln abermals einen entscheidendenSieg erfochten, 47 Fahnen oder Feldzeichen und das ganze Lager er-beuteten , den feindlichen Feldherrn selbst gefangen nahmen und dannsich der Städte Bovianum, Sora, Arpinum und Cesennia bemächtigten.
Hiermit endete der zweite Krieg mit den Samniten. denn der ConsulPublius Sempronius, welcher im J. 304 ganz Samnium nach allen Rich-tungen mit seinem Heer durchstreifte, stiess nirgends auf Widerstand,und da sich die Samniten friedlich verhielten, so wurde das frühereBündniss Roms mit ihnen erneuert.
Dieser zweite Samnitenkrieg wurde, wie aus dem Gesagten er-sichtlich, von beiden Seiten mit ausserordentlicher Anstrengung undEntfaltung von Kräften, mit ungewöhnlicher Hartnäckigkeit, Erbitterung,Ausdauer und Kunst geführt; aber die Römer, auf deren Seite das ent-schiedene Uebergewicht hierin lag, behielten schliesslich die Oberband.Der Erfolg war alle Jahre auf ihrer Seite, sie brachten den Samniteneinen schweren Schlag und harten Verlust nach dem andern bei, obgleichdie Ziffer von 20—30,000 Gefallenen in jeder Schlacht augenscheinlichvon den römischen Schriftstellern zu hoch angegeben wird. Denn diesergibt sich schon daraus, dass die Samniten keine ihrer Besitzungeneinbüssten.
Dieser zweite Samnitenkrieg ist ausserdem dadurch merkwürdig,dass er auf Seiten der Römer eine Menge ausgezeichneter Feldherren er-zeugte, an deren Spitze jedenfalls Papirius Cursor zu nennen ist, dasser die vortreffliche kriegerische Organisation Roms ins hellste Licht setzteund den römischen Armeen und Truppen zur ausgezeichnetsten prakti-schen Vorschule für die folgenden Kriege diente.
§. 135.Krieg mit den Btruskern und Umbrern (311—299).Im 15. Jahre des zweiten Samnitenkrieges, nämlich im J. 311,wurden die Römer auch in einen Krieg mit den Etruskern und Umbrernverwickelt. Die ersteren hatten einen allgemeinen grossen Bund untereinander gestiftet, bekannt unter dem Namen des etruskischenBundes, wollten den Krieg Roms gegen die Samniten benutzen, umsich gegen die Römer zu erheben und sie dadurch einzuschliessen,und begannen bereits im J. 312 zu rüsten. Aber ihr Bund hatte nicht