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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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21. Kriege der Römer von 343 bis 2G4. 141

italischen Nachbarvölkern und selbst bei den Kömern; in einigen Bezieh-ungen stand es sogar höher (es erhellt dies z. B. daraus, dass die Römervon ihnen die Halblanze und einige andere Kriegseinrichtungen annahmen).Mit einem "Worte von allen Völkern Mittel - Italiens waren die krie-gerischen und tapfern samnitischen Bergbewohner bei weitem die stärk-sten und würdigsten Gegner der Römer.

Als mit dem Anwachsen der Bevölkerung in Samnium es den Samnitenim Lande zu eng wurde, wanderte ein Theil derselben nach Campanienaus und nahm den Etruskern dies Land weg. Im Laufe der Zeit ändertendie Oertlichkeit, Klima und Lebensweise ihre Sitten und Gebräuche,und der Zusammenhang dieser Auswanderer mit ihren Stammesgenossenin Samnium lockerte sich gänzlich. Bald nachher griffen die SamnitenTeanum an, die Hauptstadt des campanischen Stammes der Sidiciner,uud die Campaner nahmen diese unter ihren Schutz. Aber die krie-gerischen Samniten waren stärker als die Campaner und so suchten dieseLetzteren im J. 344 Schutz bei den Römern. Der römische Senat inBefolgung der Politik, die Schwachen gegen die Stärkeren zu schützen,aber keinen Krieg zu beginnen , zu dem sie kein legales Recht hatten,forderte die Unterwerfung der Campaner, welche es auch vorzogen,statt den Samniten sich den Römern zu unterwerfen. Nun forderte derrömische Senat, dass die Samniten die den Römern unterworfenen Cam-paner nicht bedrängen sollten, und da die Samniten diese Einmischungnicht dulden wollten, erklärte Rom im J. 343 ihnen den Krieg. Derrömischen Gewohnheit, den Krieg zuerst zu beginnen, gemäss, rücktenbeide Consuln sogleich mit ihren Armeen ins Feld: Valerius Corvusnach Campanien, Cornelius Cossus nach Samnium. Valerius bezog amBerge Gaurus nahe bei Cumä ein durch seine Oertlichkeit festes Lager.Nach einigen leichten Scharmützeln mit den samnitischen Truppen, umdie kriegerischen Eigenschaften dieser Letzteren kennen zu lernen,rückte er aus seinem Lager aus, begann die Schlacht und erfocht einenvollständigen Sieg. Die Samniten zogen in der folgenden Nacht ab,indem sie ihr Lager im Stich Hessen, das den Römern zur Beute fiel.Zu gleicher Zeit hatte Cornelius Cossus unvorsichtiger Weise und ausSorglosigkeit sein Heer in den Bergen von Samnium bei Benevent un-zweckmässig geführt und dadurch sich fast eine Niederlage zugezogen.Allein der Kriegstribun Publius Decius rettete das römische Heer voreiner Schlappe und wurde die Hauptursache zur Niederlage der Sam-niten. Dafür belohnte ihn der Consul mit einem goldenen Kranze undmit 100 Ochsen, und jeder seiner Krieger bekam einen Ochsen. Danacherkämpften beide Consuln gemeinschaftlich einen dritten Sieg bei Suessulaüber die Samniten , welche aus ihren Bergen vorgerückt waren, wobeiein grosser Theil ihrer Truppen im eigenen Lager niedergemacht wurde.