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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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140
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110 HI; Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zum zweiten punischen Kriege.

§. 132.Der erste samnitische Krieg (343 340).

Im ersten Theile, 17. Kapitel, §. 107114 wurde schon der Ver-lauf und Charakter der Kriege geschildert, welche seit Gründung Romsbis zum Beginn der Samnitenkriege im J. 343 die Römer zu führenhatten, und daraufhingewiesen, dass alle diese Kriege in politisch er Hin-sicht vorzugsweise defensiver Natur waren, und zwar deshalb, weilRom nach der Einnahme von Veji durch die inneren Zwiste zwischenPatriciern und Plebejern heftig erschüttert wurde, nach aussen aber,ausser den Einfällen der Völker Mittel-Italiens (Tarquinier, Herniker etc.)noch von jenen der Gallier zu leiden hatte. Im Laufe der Zeit aberhatten die Römer über diese Völker gesiegt, ihre Macht über die Bundes-genossen befestigt, und im J. 343 waren sie bereits im Stande ihrenersten Angriffskrieg gegen die Sanmiten zn richten.

Dieser erste Samnitenkrieg dauerte vier Jahre (343340), auf ihnfolgte aber ein zweiter (326305) , und ein dritter zugleich mit einemKriege gegen die Etrusker, Umbrer und Gallier (299290) , und diesedrei Kriege waren von weit grösserer Wichtigkeit und Bedeutung, so-wohl in politischer, wie in kriegerischer Beziehung. Während die vor-hergehenden den Zweck gehabt hatten , die Macht der Römer über dienächstbenachbarten Völker Mittel-Italiens zu erhalten und zu befestigen,bahnten die Kriege mit den Samniten ihnen in SOjährigem Ringen deuWeg zur Unterwerfung von ganz Italien und legten solchergestalt denGrund zur zukünftigen Grösse Roms. In ihnen entwickelte sich dieganze aussergewöhnliche politische und militärische Macht Roms zuvoller Höhe, und damit zugleich wuchs auch die Kriegskunst der Römer,theils in Folge der Kraft ihrer Gegner, theils in Folge der grossenDimensionen, der Ausdehnung, Schwierigkeit und Dauer dieser Kriege,theils endlich dadurch, dass die Römer gezwungen waren, bald in denEbenen, bald in den Gebirgen zu kämpfen. Aus allen diesen Gründenverdienen die Samnitenkriege auch eine besondere Aufmerksamkeit.

Der erste Samnitenkrieg entstand aus folgenden Ursachen:

Im §. 131 wurde schon erwähnt, dass Samnium ein Gebirgslandwar, wenig geeignet zur Bebauung des Landes, dagegen der Viehzuchtmancherlei Vortheile bietend. Die Einwohner, ein rohes, aber tapferesund kriegerisches Bergvolk, lebten zum Theil vom Ackerbau, zum Theilvon Viehzucht, grösstentheils aber, in Folge ihres engen Zusammen-wohnens und der Dürftigkeit des Lebens in den Bergen, siedelten siesich in benachbarten Ländern an oder machten Raubzüge in dieselben,um Beute und Lebensmittel zu erlangen. Deshalb befand sich ihrKriegswesen im Allgemeinen auf demselben Standpunkt, wie bei den