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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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132 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zum zweiten punischen Kriege.

belagerte Lilybäum auf Sicilien aucb zur See einzuschliessen. Aber imJ. 249 Hess sich der römische Consul Appius Claudius Pulcher bei derStadt Drepanum in Sicilien mit der karthagischen Flotte in eine Seeschlachtein und wurde besiegt, wobei er 117 Schiffe und 20,000 Mann verlor!Und zum zweiten Mal zwang die Erschöpfung der Mittel die Römer,auf Fortführung des Krieges zur See zu verzichten. Endlich im J. 247beschloss die römische Aristokratie, Senatoren und Ritter, in Folge derkühnen, entscheidenden und die Römer aufs Aeusserste schädigendenOperationen des Hamilkar Barkas auf Sicilien und sogar an der KüsteItaliens, eine Flotte auf ihre Kosten auszurüsten, und sie führten diesauch gemeinschaftlich aus. Der Führer dieser neuen Flotte, LutatiusCatulus, erschien im J. 241 ganz unerwartet an der sicilischen Küste,scbloss Lilybäum und Drepanum von der See ab und schlug bald nachherbei der Insel Aegusa, Lilybäum gegenüber, die ausgeschickte karthagischeFlotte, von der 50 Schiffe in den Grund gebohrt und 90 genommenwurden. Dieser entscheidende Seesieg. den Lutatius Catulus mit nochmehr Geschick als Glück erfochten, machte dem ersten punischen Kriegeein Ende.

Nach demselben ging die römische Politik schon über die GrenzenItaliens hinaus und ihr Bereich erweiterte sich allmälig nach allenSeiten, folglich auch auf den Italien und Griechenland umgebendenMeeren , und über diese Meere hinaus. Dem gemäss hielten die Römerauf diesen Meeren von jetzt ab schon fast beständig Flotten, wie sieauch stehende Landarmeen hielten. Mit Hülfe dieser Flotten bemäch-tigten sie sich gleich nach dem ersten punischen Kriege Sardiniens und derübrigen Inseln des mittelländischen Meeres, verlegten während deszweiten punischen Krieges den Schauplatz desselben nach Spanien undAfrika und nach demselben den Krieg auch nach Illyrien , Macedonien,Griechenland und sogar nach dem Orient. Die Betrachtung diesesEntstehens und allmäligen Anwachsens der römischen Seemacht und See-herrschaft muss mit Recht nicht geringere Bewunderung erwecken , alsdas rasche Aufblühen ihrer Landmacht und Herrschaft auf dem Festlande.

Was die äussere und innere Organisation der römischen Flottenanbelangt, so war die erstere (Bau, Ausrüstung, Bemannung der Schiffemit Ruderern etc.) ganz der damals bei den italischen und sicilischenGriechen, Karthagern und übrigen Seevölkern allgemein üblichen gleich, und die zweite gründete sich auf die allgemeinen für die Landmachtbestehenden Gesetze. Ihrer Gewohnheit gemäss, Nichts bei fremdenVölkern zu übersehen und alles praktisch Beste und Nützliche von ihnenanzunehmen, entlehnten die Römer in Bezug auf Bau, Ausrüstung,Führung und Action der Schiffe bei Griechen, Karthagern und Illyriern,welche für ausgezeichnete Schiifsbauer und Seeleute galten , fast Alles,