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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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20. Die Römer. 133

aber, wie auch beim Landheere, trugen alle diese Entlehnungenden Stempel des römischen gesunden praktischen Sinnes. Die vor-herrschende Form und die Hauptstärke ihrer Flotte waren die Triremen,nach dem zweiten punischen Kriege begannen sie aber schon Seeschiffemit grösserer Ruderzahl, namentlich mit fünf Ruderreihen [quinqueremis)zu bauen. Das Verhältniss der Ruderer zu den Kriegern auf jedemKriegsschiffe im Allgemeinen war wie 3:2, d. h. auf % der Ersterenkam '/;) der Letzteren. Die Führung der Flotten wurde meist den An-führern der auf denselben befindlichen Landtruppen übertragen, bis-weilen auch (in dieser Periode allerdings sehr selten) besonderen An-führern (duumviri). Die römischen Flotten, wie die übrigen zu jenerZeit, führten entweder rasche Ueberfahrten auf nicht allzu grosse Ent-fernungen aus (von Italien oder Sicilien nach Afrika, Hispanien, Illyrien,Macedonien und Griechenland) , oder weitere Fahrten längs der Küsten,wobei sie jede Nacht am Ufer landeten und die Schiffe mitunter ansLand gezogen und mit einem verschanzten Lager umgeben wurden;Lebensmittel wurden hinter der Flotte her von runden (Transport-)Schiffen geführt. In den Seetreffen zogen die Römer im Allgemeinendem Manövriren das Heranziehen und Entern und den Kampf auf denSchiffen gleich wie auf festem Lande vor, um so den Sieg durch dieWaffen zu entscheiden. Im Kriege aber überhaupt bemühten sie sich,im Bewusstsein ihrer grösseren Ueberlegenheit zu Lande, als zur See,wann und wo irgend thunlich den Krieg durch die Landarmeen, wennauch unter Mitwirkung der Flotten, zur Entscheidung zu bringen, abernicht in der Defensive, und in jedem Falle zogen sie den Kampf undKrieg zu Lande dem auf dem Meere vor.

Weitere Details über die See-Streitkräfte und Kunst der Römerwerden bei Darstellung der folgenden zwei Perioden der ausserordent-lichen Entwicklung und Vervollkommnung jener Beiden gegeben werden.