122 III. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zum zweiten punischen Kriege.
Verbindung mit der Umgegend durch den Fluss Durius (heute Duero)abzuschneiden, wurden schwimmende Befestigungen (Estaccaden) indemselben angebracht, an beiden Ufern aber besondere Forts erbaut.Die Bewohner von Numantia kamen, nach langer standhafter Vertheidi-gung, theils durch Hunger um, theils in einem grossen von ihnen unter-nommenen Ausfall; die Uebriggebliebenen zündeten die Stadt an undfanden den Tod in den Flammen.
Die Wurfm aschinen (tormenta) waren zu dieser Zeit bei denRömern ausschliesslich bei Belagerung und Vertheidigung der Städte inGebrauch. Katapulten hatten sie schon früher angewendet, zur Zeit derBelagerung vonVeji, in diesem Zeitabschnitt'begannen sie auch Bailistenzu gebrauchen.
Mau erb rech er-Maschinen wandten die Römer zu dieser Zeitgleichfalls bei Belagerung von Städten an, aber nur selten, und die ein-fachsten , uncomplicirten, so: Widder, Anfangs die allereinfachsten[terebrae) , aus einem Balken mit eiserner Spitze oder Widderkopf vorn,dann die vervollkommneteren [aries simplex, der mit den Händen, undaries pensilis, der in Tauen oder Ketten geführt wurde), unbedeckte undspäter mit Schilddächern bedeckte [testudo arierata) oder beweglicheThürme [turris arierata). Die Letzteren, schon vollkommener und com-plicirter, gehören eigentlich mehr den folgenden Perioden an.
In dieser Periode (kann man im Allgemeinen sagen) bedienten sichdie Römer als Hauptmittel zur Einnahme feindlicher Städte, oder um siezur Uebergabe zu zwingen, der engen Einschliessung durch ringsumgeschlossene Circum- und Contravallationslinien mit starken Profilen, beiwelchen die verschiedenen Formen und Arten der Feldbefestigungs-arbeiten die grösste Wichtigkeit und Bedeutung hatten.
§. 129.
Art und Kunst der Kriegführung und Standpunkt des Heerwesens und
der Kriegskunst im Allgemeinen.
Die Art und Kunst der Kriegführung der Römer im Allgemeinenwar in diesem Zeiträume in vollster Uebereinstimmung mit der kriegeri-schen Organisation und den Einrichtungen Roms, mit der taktischen undinneren Formation seiner Truppen, und besonders mit 'dem Geiste, denTriebfedern und Beweggründen des römischen Volkes, wie mit der Politikseiner Regierung, die sich im römischen Senate concentrirte.
Das Streben nach Eroberungen, das Rom schon durch Entstehungund Ursprung eingeboren war, äusserte sich bereits in den ersten Zeitenseiner Existenz. Unter der Regierung der Könige häufig durch derenfriedliebende Politik gebändigt, wurde es seit Einsetzung der Volks-regierung nicht allein ein wirkliches Bedürfniss des römischen Staates,