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bedeutend, damit von ihnen aus gegen Flanken und Rücken des die Stadtangreifenden Feindes gewirkt werden konnte. Oben auf der Mauer warenbreite Gänge angelegt, welche nach dem Felde zu durch niedrige Stein-mauern mit Zinnen und bedeckten Schiessscharten geschützt waren. Vorden Mauern und Thürmen war ein breiter tiefer Graben ausgehoben, ent-weder trocken oder, wenn irgend möglich, nass. Im Innern der be-festigten Städte, meist auf hohen und schwer zugänglichen Orten wareninnere Befestigungen oder Stadtburgen (Citadellen) erbaut und ganzebenso befestigt wie die Stadt selbst. Mit einem "Wort •— die permanenteBefestigung der Römer hatte in diesem Zeitabschnitt in ihren Haupt-grundzügen dieselbe Gestalt, wie bei den Griechen und allen übrigenVölkern des Alterthums (wie dies im I. Th. bereits erörtert worden^ miteinigen wenigen durch den Geist und Charakter der Römer bedingtenAbweichungen.
Ganz dasselbe lässt sich von dem Standpunkt der Belagerungskunstbei den Römern zu dieser Zeit sagen, die den dem Alterthum überhauptund dieser Periode im Speciellen eigenen Charakter trug (gleichfalls imI. Th. bereits ausgeführt). Wir bemerken nur, dass die Belagerungs-kunst, wie die Feld- und permanente Fortification, bei den Römern ihrehöchste Entwickelung und Vervollkommnung erst in den folgenden Zeitenfand, nämlich während der Bürgerkriege und der ersten Kriege desKaiserreichs. In dieser vorliegenden Periode ging ihre Entwickelungnur allmälig vor sich und stand die Feldbefestigung am höchsten, da-neben in einzelnen Fällen, Dank einigen besonders geschickten römischenFeldherren, auch die Belagerungskunst. So gehören z. B. die Belage-rungen der Römer in den punischen Kriegen — von Lilybäum durch denDictator Coruncanius, von Syrakus durch Marcellus, von Karthago inAfrika und von Numantia in Spanien durch den jüngeren Scipio Africanus— zu den berühmtesten des Alterthums. In ihnen besonders, wie beiallen römischen Belagerungen dieser Zeit überhaupt, findet man besser,als irgendwo sonst, Feldbefestigungen und Belagerungsarbeiten aller Artund Gestalt zusammen und kann die Fortschritte der Römer darin er-kennen. So z. B. erbaute bei der Belagerung von Numantia ScipioCircum- und Contravallationslinien in einem Umfange von elf Werst (fasti 3 / 4 Meilen), die aus einem zehn Fuss hohen und acht Fuss dicken Wallbestanden, welcher durch einen starken geneigten Pallisadenzaun ge-schützt war, eine Brustwehr mit Zinnen hatte und längs der Wallliniemit erhöhten Schanzen (oder Bastionen) versehen war, auf denen Be-obachtungsposten, Bogenschützen und Wurfmaschinen aufgestellt wur-den. Die Legionen lagen in abgesonderten verschanzten Lagern zwischendiesen Linien, und da, wo diese Linien durch Sumpf unterbrochen waren,wurden Erdaufwürfe angelegt. Um die Einwohner Numantias von der