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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 2 (1874) Vom Tode Alexander's des Grossen bis zum zweiten punischen Kriege : (218 v. Chr.)
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120 HI. Vom Tode Alexander's d. Gr. bis zum zweiten punischen Kriege.

Diese Bonden wurden nach der Tour von den Beitern gethan; undzwar wurden von den Decurionen der ersten Türmen am ersten Tage,der zweiten Türmen am zweiten Tage, und so weiter je vier Beiter be-stimmt, welche nach Empfang der die Befehle für sie enthaltendenTäfelchen von den Tribunen du j'our in der ihnen vorgeschriebenenBeihenfolge bei Einbruch des Abends (der sechsten Stunde) sich bei demZelte des Primipilus versammelten. Nachdem das Signal zum Beginnder nächtlichen Bonden gegeben, beritt der die Tour habende Beiter inBegleitung Anderer in dem für seine Legion bestimmten Theile des Lagersalle Posten im Innern, auf dem Wall und an den Thoren. Fand er siein Ordnung, so nahm er von jedem wachhabenden Decurio je eine derdiesem verabfolgten Täfelchen mit der Nummer der Wache ab; im ent-gegengesetzten Fall nahm er seine Begleiter zum Zeugen und ritt, ohnedas Täfelchen erhalten zu haben, weiter. Nach dem ersten Beiter wurdendie Posten in gleicher Weise der Tour nach von dem zweiten, dritten undvierten Beiter beritten und visitirt. Bei Anbruch des Morgens (um 6 Uhr)lieferten sämmtliche nächtliche Bonden die von ihnen gesammelten Täfel-chen an die Tribunen du j'our ab, welche auf diese Weise erfuhren,welche von den Wachen in Ordnung gewesen waren und welche nicht.

Täglich zweimal wurde im Lager gespeist: des Morgens im Stehenein leichtes Frühstück, und des Abends (während der ersten Wache)eine volle Mahlzeit oder Abendessen [coend] im Sitzen oder Liegen.

Das Abbrechen des Lagers und der Aufbruch aus demselben erfolgtenach drei Signalen I nach dem ersten brachen die Soldaten die Zelte abund legten sie nieder, nach dem zweiten legten sie dieselben auf dieWagen und bepackten die Lastthiere mit dem Gepäck, und nach demdritten wurde angetreten und aus dem Lager aufgebrochen.

Inder Fortification, Feld- wie permanenten Befestigung, undin der Belagerungskunst hatten die Bömer schon vor den punischenKriegen und besonders während und nach denselben grosse Fortschrittegegen früher gemacht. Unzweifelhaft entlehnten sie Vieles von denitalischen und sicilischen Griechen, formten es aber, wie gewöhnlich undin allem Uebrigen, nach ihren eigenen Kriegserfahrungen praktisch um,indem sie den Umständen gemäss es vervollkommneten. Alle römischenStädte Italiens waren bereits regelrecht mit hohen dicken Steinmauern(bis zu 50 Fuss) umgeben, die mit runden oder viereckigen hervor-springenden Thürmen auf den Facen und namentlich auf den Saillantsversehen waren; diese Thürme lagen auf Pfeilschussweite von einander(ungefähr 90 Faden = 630 Fuss), um das Vorterrain dazwischen unterKreuzfeuer nehmen zu können. Die Thürme überragten die Mauern